Europas größte Online-Apotheke erlebt derzeit einen massiven Ausverkauf. Während das Management die mittelfristigen Gewinnaussichten drastisch zusammenstreicht, drängen mit dm und Rossmann zwei finanzstarke Schwergewichte in das lukrative Kerngeschäft. Die Kombination aus schwindender Profitabilität und neuen Großangreifern zwingt das Unternehmen nun in die Defensive.

Der Blick auf den Kurszettel verdeutlicht die aktuelle Lage: Mit einem Minus von über 51 Prozent seit Jahresanfang notiert das Papier nur hauchdünn über seinem 52-Wochen-Tief von 32,24 Euro. Auslöser für diese Talfahrt war eine deutliche Prognosekorrektur. Das Unternehmen senkte das mittelfristige Ziel für die EBITDA-Marge von über acht auf nur noch über fünf Prozent. Verantwortlich dafür ist eine spürbare Abkühlung im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten (OTC). Das Wachstum in diesem Segment soll 2026 nur noch acht bis zehn Prozent betragen – ein starker Kontrast zu den 25 Prozent aus dem Jahr 2023.

Angriff der Drogerie-Riesen

Der Margendruck kommt nicht von ungefähr. Die Markteinführung der Plattform 'dm-med' im Dezember 2025 hat die Wettbewerbslandschaft nachhaltig verändert. Nun legt Rossmann nach und deklariert eine eigene Online-Apotheke als zentrales Projekt für das laufende Jahr. Der Drogeriekonzern plant, das Angebot aus den Niederlanden heraus zu betreiben und seine App mit rund elf Millionen Nutzern als primären Zugangskanal zu nutzen. Das schürt bei Anlegern die Sorge, dass Redcare signifikante Marktanteile im profitablen OTC-Geschäft verlieren könnte.

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Das E-Rezept als Schutzwall

Ein Bereich bleibt von dieser neuen Konkurrenz vorerst verschont. Rossmann hat bereits bestätigt, keine rezeptpflichtigen Medikamente (Rx) anzubieten. Hier verfügt Redcare über einen starken strukturellen Vorteil. Das Segment überschritt zuletzt mit einem Umsatzsprung von fast 43 Prozent erstmals die Marke von einer Milliarde Euro. Besonders der deutsche Markt profitiert von der zunehmenden Akzeptanz des E-Rezepts. Mit der bis Anfang 2027 gültigen CardLink-Lizenz rechnet das Management allein in Deutschland mit Rx-Umsätzen von über 670 Millionen Euro für das laufende Jahr.

Hohe Kosten und anstehende Termine

Um dem Wettbewerbsdruck standzuhalten, investiert Redcare massiv in die eigene Infrastruktur. Ein neues Logistikzentrum im tschechischen Pilsen soll die Versandkapazität um bis zu 15 Millionen Pakete jährlich erhöhen. Die Kehrseite sind hohe Kapitalausgaben, die sich zuletzt auf knapp 119 Millionen Euro summierten. Das Management deklariert 2025 und 2026 als Jahre der Spitzeninvestitionen.

Ob die operativen Maßnahmen greifen, wird sich zeitnah an zwei konkreten Terminen messen lassen:
* 15. April 2026: Hauptversammlung mit Abstimmung über einen umfassenden personellen Umbau.
* 06. Mai 2026: Veröffentlichung der Ergebnisse für das erste Quartal 2026.

Interessanterweise signalisieren Daten des Analyseunternehmens Hazeltree, dass institutionelle Leerverkäufer ihre Positionen zuletzt um mehr als zehn Prozent abgebaut haben. Einige professionelle Marktteilnehmer stufen das weitere Abwärtspotenzial auf dem aktuellen Kursniveau demnach offenbar als begrenzt ein.

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