Dm und Rossmann drängen ins Online-Apothekengeschäft — und Redcare Pharmacy spürt das deutlich. Das OTC-Wachstumsziel wurde bereits halbiert, die Marge nach unten korrigiert. Was das Unternehmen vorerst schützt: Verschreibungspflichtige Medikamente bleiben für Drogerieketten gesetzlich tabu.

Drogerien greifen an — mit Millionen-Kundenbasis

Dm startete im Dezember 2025 seine Plattform „dm-med". Rossmann zieht nach: Die zweitgrößte deutsche Drogeriekette plant einen eigenen Online-Apotheken-Service, der direkt über die bestehende App mit rund elf Millionen Nutzern zugänglich sein soll. Die Lieferung soll aus den Niederlanden erfolgen, wo die „Rossmann-Apotheke" bereits in Emmen eingetragen ist.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Redcare Pharmacy?

Die Konsequenzen für Redcare sind konkret. Das OTC-Wachstumsziel wurde von ursprünglich 16 % auf 8–10 % zurückgenommen, das mittelfristige EBITDA-Margenziel von 8 % auf 5 % gesenkt. Die Aktie notiert aktuell auf einem Mehrjahrestief — seit Jahresbeginn hat sie rund die Hälfte ihres Wertes verloren.

Das Rx-Geschäft als struktureller Schutzwall

Rossmann hat bestätigt, keine verschreibungspflichtigen Medikamente anzubieten — rechtlich ist das Drogerieketten ohnehin untersagt. Genau hier liegt Redcares stärkste Position.

Das Unternehmen hält eine CardLink-Lizenz bis Januar 2027 und hat die GesundheitsID integriert. 2025 erzielte Redcare in Deutschland 503 Millionen Euro Rx-Umsatz und hielt damit einen Marktanteil von 67 %. Konzernweit überschritten die Rx-Erlöse erstmals die Milliardenmarke: Sie stiegen um 42,6 % auf 1,07 Milliarden Euro. Für 2026 peilt das Unternehmen Rx-Umsätze in Deutschland von über 670 Millionen Euro an — getrieben vom weiteren Rollout des E-Rezepts.

Führungswechsel auf der Hauptversammlung

Parallel zur strategischen Neuausrichtung steht ein umfassender Wechsel in der Unternehmensführung an. Auf der Hauptversammlung am 15. April 2026 sollen Anja Hendel, Max Müller und Peter Schmid von Linstow in den Aufsichtsrat einziehen. Drei bisherige Mitglieder, darunter zwei Gründungsaktionäre seit dem Börsengang 2016, scheiden aus.

Als neuer CFO ist Hendrik Krampe vorgesehen. Er kommt von Amazon, wo er elf Jahre tätig war — zuletzt acht Jahre als Finance Director des europäischen Marketplace-Geschäfts.

Analysten und der erste Praxistest

Sieben von neun Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, zwei votieren für Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 94,94 Euro — bei einer Spanne von 54 bis 150 Euro, die die erhebliche Unsicherheit widerspiegelt.

Den ersten konkreten Belastungstest liefern die Quartalszahlen am 6. Mai 2026. Dann zeigt sich, ob die neue Führungsriege früh genug Wirkung entfaltet, um die gesenkten Jahresziele — Umsatzwachstum von 13–15 %, bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 2,5 % — zu untermauern.

Redcare Pharmacy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Redcare Pharmacy-Analyse vom 24. März liefert die Antwort:

Die neusten Redcare Pharmacy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Redcare Pharmacy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Redcare Pharmacy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...