Realty Income nutzt den Jahresstart für einen größeren Finanzierungsschritt. Parallel dazu werden eigene Aktien zurückgekauft und erste neue Daten zu institutionellen Investoren bekannt. Wie greifen diese Maßnahmen ineinander – und was bedeutet das für den weiteren Kursverlauf?

Wandelanleihe bringt frische Liquidität

Heute wird die zuvor platzierte Wandelanleihe über 750 Millionen US‑Dollar formell abgeschlossen. Es handelt sich um 3,500%-Convertible Senior Notes mit Laufzeit bis 2029, die als Privatplatzierung zu Wochenbeginn bepreist wurden und nun settlement haben.

Die Anleihe ist mit einem anfänglichen Wandlungspreis von umgerechnet rund 69,42 US‑Dollar je Aktie ausgestattet. Das entspricht einem Aufschlag von etwa 20 % auf das jüngste Kursniveau und signalisiert, dass die Wandeloption klar im Zukunftsbereich liegt, nicht im aktuellen Marktpreis.

Der Emissionserlös stärkt die Liquidität deutlich. Das Management plant, die Mittel für allgemeine Unternehmenszwecke zu nutzen – darunter die Rückführung bestehender Schulden – und gleichzeitig rund 1,8 Millionen eigene Aktien zurückzukaufen. Dieser Aktienrückkauf wirkt dem Verwässerungseffekt der Wandelanleihe teilweise entgegen und dürfte den Kurs kurzfristig stützen.

Institutionelle Investoren justieren Positionen

Zusätzlichen Akzent erhält der Handel heute durch frische 13F‑Meldungen, die Einblick in institutionelle Bewegungen geben. Commonwealth Equity Services LLC hat für das dritte Quartal gemeldet, seine Position in Realty Income reduziert zu haben.

Das Haus trennte sich von 40.589 Aktien und senkte seine Beteiligung damit um 6,1 %. Trotz dieses Rückgangs bleibt es ein größerer Aktionär mit 621.649 Anteilen im Bestand, die zuletzt mit etwa 37,8 Millionen US‑Dollar bewertet wurden.

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Diese moderat wirkende Reduzierung steht im Einklang mit einem breiteren Muster der Portfolioanpassung im Sektor. Zugleich signalisiert die Beibehaltung einer großen Kernposition, dass die Dividendenstärke des REIT aus Sicht von Commonwealth weiterhin ein zentrales Argument bleibt.

Marktumfeld und Bewertung

Im Gegensatz zur volatileren Sitzung am Vortag verläuft der Handel im Immobiliensegment heute ruhiger. Realty Income kann sich in diesem Umfeld leicht positiv absetzen: Die Aktie bewegt sich auf oder nahe einem neuen 52‑Wochen-Hoch von 58,47 US‑Dollar und liegt damit rund 22 % über dem Tief der vergangenen zwölf Monate. Der Abstand zu den 50‑, 100‑ und 200‑Tage-Durchschnitten von jeweils gut 13 bis 16 % unterstreicht den jüngsten Aufwärtstrend.

Andere REITs zeigen ein gemischtes Bild. Alexandria Real Estate Equities (ARE) notiert leicht im Plus und stabilisiert sich damit nach vorherigen Schwankungen, ohne besondere Impulse zu setzen.

Auf Analystenseite gab es heute keine neuen Ratingänderungen. Das Konsensbild liegt zwischen „Halten“ und „Moderater Kauf“, mit durchschnittlichen Kurszielen um 62 US‑Dollar. Damit erkennen viele Häuser zwar die defensive Qualität des Geschäftsmodells an, verweisen aber zugleich auf Bewertungsfragen, die das Kurspotenzial aus ihrer Sicht begrenzen.

Ausblick: Fokus auf 2025 und Q4-Zahlen

Mit der heute abgeschlossenen Wandelanleihe verschiebt sich der Blick der Investoren nun auf die Umsetzung der Prognose für das Geschäftsjahr 2025. Realty Income erwartet einen Gewinn je Aktie (EPS) zwischen 4,250 und 4,270 US‑Dollar. Entscheidend wird sein, wie effizient das frische Kapital eingesetzt wird, um das Wachstum der Adjusted Funds From Operations (AFFO) zu unterstützen.

Charttechnisch testet die Aktie aktuell den Bereich um 58 US‑Dollar, der sich als Widerstand etabliert hat. Ein nachhaltiger Schlusskurs darüber, begleitet von den laufenden Aktienrückkäufen aus dem Anleihe-Deal, würde den Weg in Richtung der psychologisch wichtigen Marke von 60 US‑Dollar öffnen.

Der nächste klare Belastungstest steht mit der Veröffentlichung der Q4‑Zahlen an. Dann wird erstmals sichtbar, wie sich die Kombination aus neuer Wandelanleihe, Schuldenrückführung und Rückkaufprogramm konkret in Bilanz, Ergebnis und operativem Cashflow niederschlägt.

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