Ein schwacher Sektor, geplatzte Übernahmefantasien und ein skeptischer Blick der Analysten – bei Puma kommt derzeit vieles zusammen. Die Aktie hat in wenigen Wochen deutlich an Wert verloren und reagiert nun besonders empfindlich auf jede negative Meldung. Im Zentrum steht die Frage: Wie sehr belasten die Adidas-Abstufung und das Ende der Anta-Spekulation die Perspektiven des MDAX-Titels?

Die Fakten im Überblick

  • Aktueller Kurs: 19,21 €
  • Veränderung heute: -1,06 %
  • Verlust in 7 Tagen: -12,32 %
  • Verlust in 30 Tagen: -24,93 %
  • 12-Monats-Veränderung: -40,86 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch (32,48 €): -40,86 %
  • RSI (14 Tage): 73,2 (überkauftes Niveau)
  • Volatilität (30 Tage, annualisiert): 80,35 %

Der Titel notiert damit deutlich unter den gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage – ein klar angeschlagenes charttechnisches Bild.

Adidas-Abstufung trifft die ganze Branche

Auslöser der jüngsten Abwärtsbewegung war eine Analystenstudie der kanadischen Bank RBC zu Adidas. Die Experten stuften den Konkurrenten von „Outperform“ auf „Sector Perform“ herab und reduzierten das Kursziel von 190 auf 160 Euro. Begründung: Die Markterwartungen für das Geschäftsjahr 2026 erscheinen RBC vor dem Hintergrund eines schwierigen Umfelds zu optimistisch.

Die Adidas-Aktie rutschte daraufhin auf den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren. Diese Schwäche des Marktführers strahlt auf den gesamten europäischen Sportartikelsektor aus – Puma eingeschlossen. In einem Umfeld, in dem Anleger das Wachstumspotenzial der Branche generell hinterfragen, geraten kleinere Titel mit schwächerer Kursbasis besonders stark unter Druck.

Geplatzte Anta-Fantasie als zusätzlicher Bremsklotz

Parallel wirkt bei Puma eine unternehmensspezifische Enttäuschung nach: die festgefahrenen Gespräche mit Anta Sports. Die französische Familie Pinault, die über ihre Holding Artémis knapp 30 % der Anteile hält, hatte über einen möglichen Verkauf an den chinesischen Sportartikelriesen verhandelt.

Kernproblem war die Bewertung: Artémis soll mehr als 40 Euro je Aktie gefordert haben, während der Börsenkurs deutlich darunter lag. Mangels Einigung ist die Übernahmefantasie vorerst verpufft. Die im Kurs eingepreiste Prämie wurde damit weitgehend aus dem Markt genommen – ein wichtiger Grund, warum der Titel heute anfälliger auf negative Branchennachrichten reagiert.

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RBC bleibt bei „Sector Perform“ für Puma

Passend zum eingetrübten Umfeld bestätigte RBC auch für Puma selbst die Einstufung „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 20 Euro. Analyst Piral Dadhania passte sein Bewertungsmodell im Vorfeld der anstehenden Quartalszahlen an und signalisiert damit begrenztes Aufwärtspotenzial auf Sicht der nächsten Monate.

Auffällig: Der aktuelle Kurs von 19,21 Euro liegt nur leicht unter dem RBC-Ziel. Aus Bewertungslogik ist damit aus Sicht der Bank kaum Raum für größere positive Überraschungen eingepreist.

Strategische Partnerschaft mit McLaren gerät in den Hintergrund

Ganz im Schatten der negativen Nachrichten steht eine eigentlich positive Meldung: Am 20. Januar kündigte Puma eine mehrjährige Partnerschaft mit McLaren Racing an. Ab der Saison 2026 wird das Unternehmen offizieller Ausrüster des Rennstalls – inklusive Formel 1, IndyCar und E-Sport.

In einem ruhigeren Marktumfeld hätte ein solcher Deal das Profil der Marke im globalen Motorsport schärfen und für positiven Newsflow sorgen können. Angesichts der dominanten Themen Adidas-Abstufung und Anta-Deal blieb der Impuls aber an der Börse praktisch ohne Wirkung.

Einordnung und Ausblick bis Ende Februar

Der Kursrückgang ist Teil eines übergeordneten Abwärtstrends. Auf Sicht von zwölf Monaten summiert sich das Minus auf rund 41 %, in den vergangenen 30 Tagen allein knapp 25 %. Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von über 80 % zeigt sich deutlich, wie nervös der Handel geworden ist.

Der nächste klare Orientierungspunkt ist nun der 26. Februar 2026. Dann will das Management die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vorlegen:

  • Inhaltlich wird entscheidend sein, ob eine überzeugende operative Strategie präsentiert wird, die ohne Übernahmefantasie auskommt.
  • Analystenmeinungen sind derzeit geteilt – einige Institute sehen Chancen, andere warnen wie die UBS vor möglichen operativen Verlusten im laufenden Jahr.
  • Aus technischer Sicht bleibt das Bild angespannt, solange der Kurs unter den mittelfristigen Durchschnittslinien verläuft und keine stabile Bodenbildung erkennbar ist.

Damit hängt viel an den kommenden Quartalszahlen: Gelingt es dem Management, mit klaren Zielen und belastbaren Margen- und Wachstumsperspektiven Vertrauen zurückzugewinnen, könnte sich der zuletzt starke Abwärtsdruck zumindest abschwächen. Andernfalls droht der Titel, trotz bereits deutlicher Verluste, im schwierigen Branchenumfeld weiter unter dem 52-Wochen-Hoch zurückzubleiben.

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