Silber: Zwischen Krise und Knappheit
Silber fiel zuletzt unter 83 US-Dollar pro Unze — und das, obwohl der Rohstoff zu Jahresbeginn noch die psychologische Marke von 100 Dollar geknackt hatte. Der Rückgang ist kein Zufall, sondern das Ergebnis zweier gegenläufiger Kräfte, die das weiße Metall derzeit in die Zange nehmen.
Fed-Erwartungen belasten, Nahost stützt
Steigende Inflationsrisiken haben die Märkte dazu bewogen, die nächste Zinssenkung der Federal Reserve von Juli auf September zu verschieben. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterten auf ein Fünf-Wochen-Hoch — ein ungünstiges Umfeld für nicht verzinsliche Anlagen wie Edelmetalle. Gleichzeitig festigte sich der Dollar, was Rohstoffe in anderen Währungen zusätzlich verteuert und die Nachfrage dämpft.
Der Nahost-Konflikt wirkt dabei paradox: Die Eskalation zwischen US-israelischen Angriffen und iranischen Vergeltungsmaßnahmen treibt einerseits die Nachfrage nach sicheren Häfen. Andererseits befeuert Irans Drohung, die Straße von Hormus zu blockieren, die Ölpreise — was wiederum die Inflationssorgen verstärkt und den Dollar stützt. Per Saldo überwiegt derzeit der Gegenwind.
Strukturelles Defizit als langfristiger Rückhalt
Trotz des kurzfristigen Drucks bleibt das fundamentale Bild bemerkenswert: Laut Silver Institute befindet sich der Silbermarkt 2026 im sechsten aufeinanderfolgenden Defizitjahr. Der erwartete Angebotsfehlbetrag liegt bei 67 Millionen Unzen — nach 95 Millionen Unzen im Vorjahr und einem kumulierten Defizit von fast 820 Millionen Unzen zwischen 2021 und 2025.
Auf der Nachfrageseite fällt die industrielle Verarbeitung voraussichtlich um 2 Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von rund 650 Millionen Unzen, wobei der Photovoltaiksektor besonders stark zurückgeht. Einen Ausgleich liefert die Nachfrage aus dem Rechenzentrum- und KI-Bereich, die robust bleiben soll.
Die institutionellen Prognosen für das Gesamtjahr spiegeln die Unsicherheit wider: Eine Reuters-Umfrage vom Februar 2026 setzt den Jahresdurchschnitt bei 79,50 Dollar an, J.P. Morgan erwartet rund 81 Dollar — jeweils mehr als doppelt so viel wie der geschätzte Durchschnitt von 2025.
Nächste Weichenstellung
In den kommenden Tagen richten sich die Blicke auf die Fed-Zinsentscheidung sowie die US-Erzeugerpreisdaten für Februar. Bestätigen diese den Inflationsdruck, dürfte der September-Termin für die erste Zinssenkung zementiert werden — und damit der Gegenwind für Silber vorerst bestehen bleiben. Hält der Preis hingegen die Zone um 83 Dollar, könnte das strukturelle Angebotsdefizit als stabilisierender Boden wirken.
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