Mit dem Jahreswechsel vollzieht Porsche an der Spitze einen tiefgreifenden Umbruch – genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen nach einem schwierigen Jahr 2025 strategisch neu ausrichten muss. Mit Dr. Michael Leiters übernimmt ein Manager, der sowohl Porsche-intern als auch bei Ferrari und McLaren Erfahrung im Luxus- und Performance-Segment gesammelt hat. Entscheidend wird sein, ob er die Kombination aus schwacher Rendite, teuren Sonderkosten und strategischem Umbau wieder in profitables Wachstum drehen kann.

Der Aktienkurs spiegelt diese Übergangsphase wider: Mit aktuell 47,08 Euro notiert der Titel rund ein Viertel unter dem 52‑Wochen-Hoch von 63,06 Euro, hat sich aber spürbar vom Tief bei 39,81 Euro gelöst. Charttechnisch liegt der Kurs wieder über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 44,30 Euro, was zumindest auf eine gewisse Stabilisierung hindeutet.

Neuer CEO, bekannte Marke

Mit Wirkung zum 1. Januar 2026 hat Dr. Michael Leiters den Vorstandsvorsitz der Porsche AG übernommen. Er folgt auf Dr. Oliver Blume, der sich nach zehn Jahren an der Spitze von Porsche nun vollständig auf seine Rolle als CEO des Volkswagen-Konzerns konzentriert.

Leiters bringt einen ungewöhnlich dichten Lebenslauf im Hochleistungssegment mit:

  • Über 13 Jahre Erfahrung bei Porsche, zuletzt verantwortlich für Macan und Cayenne
  • Mehr als acht Jahre als Chief Technology Officer bei Ferrari
  • Seit Juli 2022 CEO von McLaren Automotive

Der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Wolfgang Porsche stellte sich klar hinter den neuen CEO und verwies auf dessen Führungserfahrung und technologische Kompetenz als Basis, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen. Für Anleger ist damit klar: Der Führungswechsel ist nicht nur ein Personalwechsel, sondern Teil eines strategischen Neustarts.

2025: Margen erodieren, Kosten explodieren

Das abgelaufene Jahr 2025 war für den Luxusautobauer deutlich schwächer als die Jahre zuvor. Besonders sichtbar wurde dies in der Profitabilität:

  • Die operative Umsatzrendite lag im dritten Quartal 2025 bei lediglich 0,2 Prozent
  • Sonderkosten von rund 3,1 Milliarden Euro belasteten das Ergebnis
  • In den ersten neun Monaten sank der Umsatz um 6 Prozent auf 26,86 Milliarden Euro
  • Zusätzlicher Druck kam durch US-Importzölle im mittleren dreistelligen Millionenbereich

Goldman Sachs schätzt die EBIT-Marge im Automotive-Geschäft für 2025 auf nur noch 0,4 Prozent. Gleichzeitig wurde das mittelfristige Margenziel von bisher 15–17 Prozent auf „bis zu 15 Prozent“ reduziert. Damit sendet Porsche ein klares Signal: Die Profitabilität steht zwar weiterhin im Fokus, aber der Weg dorthin wird länger und steiniger als ursprünglich geplant.

Produktstrategie: Tempo raus bei Elektro, mehr Vielfalt im Antrieb

Parallel zu den Ergebnisschwächen hat Porsche seine Produktstrategie neu ausgerichtet. Die Entwicklung einer neuen Elektrofahrzeug-Plattform für die 2030er Jahre wird zeitlich gestreckt und in enger Abstimmung mit anderen Marken des Volkswagen-Konzerns technologisch neu aufgesetzt. Das reduziert kurzfristig den Investitionsdruck, verschiebt aber auch Teile der ursprünglichen E-Mobilitätspläne nach hinten.

Stattdessen setzt das Unternehmen stärker auf eine breiter aufgestellte Antriebspalette:

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  • Ergänzung des Portfolios um zusätzliche Modelle mit Verbrenner- und Plug-in-Hybrid-Antrieben
  • Fortlaufende Aktualisierung der vollelektrischen Modelle
  • Markteinführung des vollelektrischen Cayenne im Jahr 2025

Damit versucht Porsche, die bestehende Kundschaft nicht zu verlieren, während die Elektrifizierung schrittweise weiter vorangetrieben wird. Besonders im Hochpreissegment bleibt die Zahlungsbereitschaft für leistungsstarke Verbrenner- und Hybridmodelle ein wichtiger Ertragsbaustein.

Regionale Lichtblicke und Elektrifizierungsfortschritt

Trotz der Belastungen gibt es positive operative Signale. In den USA sowie in Übersee- und Schwellenländern verzeichnete der Sportwagenbauer Rekordauslieferungen. Die Region Nordamerika legte um 5 Prozent zu. Damit bestätigt sich, dass die Marke in wichtigen Wachstumsmärkten weiterhin stark nachgefragt wird.

Gleichzeitig schreitet die Elektrifizierung der Flotte voran:

  • Global lag der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge bei 35 Prozent
  • In Europa erreichte dieser Anteil bereits 56 Prozent

Diese Zahlen unterstreichen, dass Porsche sowohl im klassischen Sportwagensegment als auch bei elektrifizierten Modellen eine relevante Marktposition aufgebaut hat.

Cashflow als Stabilitätsanker

Besonders bemerkenswert in einem Jahr mit nahezu ausgehöhlter Marge ist der Blick auf den Cashflow. Der Automotive-Netto-Cashflow stieg in den ersten drei Quartalen 2025 auf 1,34 Milliarden Euro und lag damit über dem Vorjahreswert. Die Cashflow-Marge verbesserte sich auf 5,6 Prozent.

CFO Dr. Jochen Breckner hat die Erwartung klar formuliert: 2025 soll den Tiefpunkt markieren, ab 2026 wird eine spürbare Verbesserung angestrebt. Unterstützung sieht Goldman Sachs vor allem durch hochmargige 911-Derivate wie GT3 und Turbo S, die die Rückkehr zu zweistelligen Margen bis 2027 ermöglichen könnten.

Aktie zwischen Belastung und Hoffnung

Der Kursverlauf bildet diese zwiespältige Lage ab. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie rund 21 Prozent im Minus, der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch beträgt gut 25 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Titel vom Tief bei 39,81 Euro deutlich gelöst; der aktuelle Kurs liegt etwa 6 Prozent über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Mit einem RSI von 35,2 ist die Aktie noch nicht klar überverkauft, aber auch weit von einer euphorischen Marktphase entfernt.

Die Börse signalisiert damit: Die Probleme sind eingepreist, aber ein überzeugender operativer Turnaround muss erst noch geliefert werden.

Wichtige Termine und nächste Bewährungsproben

Die kommenden Wochen dürften entscheidend dafür sein, wie glaubwürdig der neue Kurs eingeschätzt wird. Zwei Termine stechen dabei hervor:

  • 20. Januar 2026: Pre-Close Call zum Geschäftsjahr 2025
  • 11. März 2026: Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts 2025

An diesen Daten wird das Management seine Sicht auf das „Tiefpunktjahr“ 2025 und den erwarteten Aufschwung ab 2026 konkretisieren müssen. Gelingt es, den angekündigten Margenpfad und die neue Produktstrategie überzeugend zu hinterlegen, könnte das der Aktie zusätzlichen Rückenwind geben; bleibt die Perspektive vage, dürfte der Titel in seiner aktuellen Seitwärts- bis Erholungsphase gefangen bleiben.

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