Nestlé-CEO Philipp Navratil greift durch. Mit einem radikal verschärften Vergütungsmodell verabschiedet sich der Schweizer Nahrungsmittelriese von seiner bisherigen Konsenskultur. Für die rund 271.000 Mitarbeiter heißt es künftig: Leistung bringen oder leer ausgehen. Doch reicht dieser harte Kulturwandel aus, um den Konzern wieder auf die Überholspur zu bringen?

Leistung zahlt sich aus – oder eben nicht

Das am 25. Februar eingeführte System markiert eine Zäsur. Statt des bisherigen dreistufigen Modells gilt nun eine Bewertung in sechs Stufen. Wer als „Exemplary“ (vorbildlich) eingestuft wird, kann bis zu 150 % des Zielbonus einstreichen. Am unteren Ende der Skala („Unsatisfactory“) droht hingegen der Totalausfall oder maximal die Hälfte der Prämie.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Nestle?

Der bisherige Automatismus, bei dem fast alle Mitarbeiter mindestens 80 % ihres Bonus erhielten – selbst bei bloßer Erfüllung von Mindeststandards –, ist damit Geschichte. Ein Konzernsprecher bestätigte, dass die Maßnahmen darauf abzielen, Verhaltensweisen grundlegend zu ändern und die Entwicklung der Belegschaft zu forcieren.

Radikaler Umbau des Portfolios

Die neue Härte bei der Vergütung ist nur ein Teil von Navratils umfassender Transformationsstrategie. Der CEO hat den Abbau von 16.000 Stellen angekündigt und treibt die Bereinigung des Portfolios voran. Der Verkauf des verbleibenden Eiscremegeschäfts an Froneri befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen, auch die Wassersparte steht im Schaufenster.

Diese Maßnahmen reagieren auf durchwachsene Zahlen: Zwar erzielte Nestlé 2025 einen Umsatz von 89,5 Milliarden Franken, doch der Nettogewinn brach um 17 % auf 9,0 Milliarden Franken ein.

Altlasten belasten das Ergebnis

Operativ kämpft der Konzern zudem mit Qualitätsproblemen. Ein Rückruf bei Säuglingsnahrung im Januar verursachte 2025 bereits Kosten von 185 Millionen Franken durch Warenrücksendungen und Abschreibungen. Für das erste Quartal 2026 rechnet Finanzchef Navratil mit weiteren Belastungen von rund 200 Millionen Franken.

Trotz dieser Störfeuer zeigt sich die Aktie robust. Mit einem Kurs von 92,25 Euro notiert das Papier nur knapp 2,8 % unter dem 52-Wochen-Hoch. Investoren scheinen dem Sanierungskurs einen Vertrauensvorschuss zu gewähren, da die Aktie seit Jahresanfang bereits über 9 % zulegen konnte.

Blick nach vorn: Volumen muss wachsen

Entscheidend für die künftige Bonusvergabe ist das reale interne Wachstum (RIG). Dieses lag 2025 bei mageren 0,8 %, zeigte aber in der zweiten Jahreshälfte eine Beschleunigung. Für 2026 peilt das Management ein organisches Wachstum von 3 bis 4 % an, wobei das RIG weiter zulegen soll.

Ob die Rechnung aufgeht, hängt davon ab, wie gut die Organisation den Kulturwandel und den massiven Stellenabbau verkraftet. Navratil hat die Rahmenbedingungen gesetzt – nun müssen die operativen Kennzahlen folgen.

Nestle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nestle-Analyse vom 01. März liefert die Antwort:

Die neusten Nestle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nestle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Nestle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...