BayWa hat einen wichtigen Schritt in der Restrukturierung abgehakt: Der Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra ist vollzogen und bringt spürbare Entlastung in der Bilanz. Doch ausgerechnet die Erneuerbaren-Tochter BayWa r.e., die als zentraler Baustein für die Refinanzierung gilt, weicht deutlich von der Planung ab. Damit rückt weniger der Deal selbst in den Fokus als die Frage, ob das Sanierungskonzept bis 2028 noch wie geplant aufgeht.

Cefetra-Verkauf senkt Schulden deutlich

Der im Dezember 2025 angekündigte Verkauf der Cefetra Group B.V. an ein Investorenkonsortium ist abgeschlossen. Der Kaufpreis liegt bei 125 Mio. Euro. Der größere Hebel steckt allerdings in der Entkonsolidierung: BayWa beziffert den Rückgang der Finanzverbindlichkeiten auf mehr als 600 Mio. Euro. Das Kapital aus dem Verkauf soll direkt zur Kreditrückführung genutzt werden.

Zusammen mit bereits 2025 vollzogenen Verkäufen (RWA, WHG und EDL) summiert sich der Abbau der Bankverbindlichkeiten laut Angaben auf rund 1,3 Mrd. Euro seit 2025. Im Sanierungsplan steht jedoch ein deutlich größeres Ziel: Bis 2028 sollen insgesamt 4 Mrd. Euro entschuldet werden.

Operativer Rückbau läuft – nächster Verkauf für 2026 geplant

Parallel zum Schuldenabbau setzt BayWa auf einen operativen Rückbau. Der Umsatz soll bis 2028 auf rund 10 Mrd. Euro sinken. Bis 2027 sind rund 1.300 Stellen weniger vorgesehen, in der zentralen Verwaltung etwa 40 % der Arbeitsplätze. Zudem will der Konzern 26 von mehr als 400 weltweiten Niederlassungen schließen.

Als nächster Schritt ist der Verkauf der neuseeländischen Tochter Turners & Growers (T&G Global) vorgesehen. Der Deal ist für 2026 geplant.

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BayWa r.e. verfehlt Planung – Verzögerung beim Abschluss 2025

Trotz des Fortschritts durch Cefetra bleibt die größte Baustelle bestehen: BayWa r.e. verfehlt die Planungen deutlich. BayWa hatte dazu am 2. Februar per Ad-hoc-Mitteilung über „wesentliche Abweichungen“ bei der Geschäftsplanung informiert und als Ursache „spürbare Marktveränderungen“ im Bereich erneuerbare Energien in den USA und Europa genannt.

Die Konsequenz laut Unternehmen: Die geplanten Gesamterlöse aus dem bis Ende 2028 vorgesehenen Verkauf der Beteiligung sinken. Dadurch könnte auch das Sanierungsgutachten nachgebessert werden müssen.

Direkte Folge ist zudem ein Zeitverzug bei der Berichterstattung: Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025, ursprünglich spätestens Ende April 2026 geplant, verzögert sich voraussichtlich.

Führungswechsel und BaFin-Prüfung erhöhen die Unsicherheit

Auch personell bleibt es unruhig. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 „in beiderseitigem Einvernehmen“ aus; sein Mandat als Vorstandsvorsitzender endete mit sofortiger Wirkung. Im Aufsichtsrat kündigten zudem mehrere Mitglieder ihren Abschied an: Ende März gehen Monika Hohlmeier und Michael Höllerer, Ende Mai folgt Monique Surges.

Gleichzeitig verschärft der Konzern die Kontrolle: Geschäfte über 50 Mio. Euro müssen künftig vom Aufsichtsrat gebilligt werden (zuvor lag die Schwelle bei 200 Mio. Euro).

Zusätzlicher Faktor: Die BaFin prüft seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023. Zuvor hatte das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld wegen verspäteter Datenübermittlung verhängt.

Zum nächsten festen Termin wird es bald konkreter: Am 26. März will BayWa die Q4-2025-Zahlen vorlegen – dann dürfte sich auch zeigen, wie stark die Abweichungen bei BayWa r.e. ausfallen und wie belastbar der Zeitplan für den Abschluss 2025 noch ist.

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