PayPal bekommt gleich von mehreren Seiten Gegenwind: Ein Analysten-Downgrade mit deutlich gesenktem Kursziel hat am Donnerstag einen neuen Ausverkauf ausgelöst. Dazu kommen die enttäuschenden Q4-Zahlen für 2025 und ein überraschender CEO-Wechsel, der bei Anlegern für zusätzliche Unsicherheit sorgt. Kann das Unternehmen das Vertrauen mit klarer Umsetzung wieder zurückgewinnen?

Wichtige Punkte im Überblick:
- Redburn senkt Kursziel von 50 auf 32 Dollar (weiter „Sell“)
- Q4-Gewinn und Umsatz unter den Erwartungen
- Wachstum bei PayPal-branded Checkouts fällt auf 1% (zuvor 6%)
- CEO-Wechsel zum 1. März angekündigt

Analysten drehen den Daumen

Rothschild & Co Redburn hat das Kursziel für PayPal laut MarketBeat von 50 auf 32 Dollar gekürzt und das „Sell“-Votum bestätigt. Die Aktie rutschte daraufhin im Tagesverlauf bis auf 38,49 Dollar und markierte damit ein neues 52-Wochen-Tief. Auffällig: Das Handelsvolumen lag bei über 13 Millionen Stück.

Redburn war nicht allein. Wells Fargo senkte das Kursziel von 67 auf 48 Dollar und verwies auf Sorgen bei der operativen Umsetzung. RBC Capital reduzierte das Ziel von 91 auf 59 Dollar – mit Verweis auf den abrupten CEO-Wechsel und das schwache Wachstum beim Volumen der „branded checkouts“. HSBC stufte von „Buy“ auf „Hold“ ab und nannte ein Kursziel von 47 Dollar.

Zur Verteilung der Einschätzungen: Laut MarketBeat bewerten aktuell zehn Analysten die Aktie mit „Buy“, dreißig mit „Hold“ und vier mit „Sell“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 61,03 Dollar.

Q4 verfehlt Erwartungen – und dann der Chefwechsel

Auslöser der aktuellen Unruhe waren die Q4-Zahlen 2025, die PayPal am 3. Februar vorgelegt hat. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,23 Dollar und damit unter der Konsensschätzung von 1,29 Dollar. Der Umsatz erreichte 8,68 Milliarden Dollar und blieb ebenfalls unter den erwarteten 8,82 Milliarden Dollar, auch wenn das einem Plus von 4% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

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Besonders negativ fiel das Tempo bei PayPal-branded Online-Checkouts auf: Das Wachstum verlangsamte sich auf 1%, nach 6% im Vorjahresquartal. Das Management nannte globale Gegenwinde und sinkende Einzelhandelsausgaben in den USA als Gründe.

Kurz nach den Zahlen folgte ein überraschender Wechsel an der Spitze: Der Verwaltungsrat kündigte an, dass Enrique Lores (früher CEO von HP Inc.) Alex Chriss als CEO ablösen soll – wirksam ab dem 1. März. Übergangsweise führt Jamie Miller (CFO und COO) das Unternehmen als Interims-CEO.

Weitere Belastungsfaktoren – und ein kleiner Lichtblick

Zusätzlichen Druck bringt laut MarketBeat eine angekündigte Untersuchung der Kanzlei Kessler Topaz. Sie prüft mögliche Verstöße gegen US-Wertpapiergesetze im Zusammenhang mit dem überraschenden CEO-Tausch und den Angaben rund um die Q4-Veröffentlichung.

Für Gesprächsstoff sorgte außerdem Kritik eines früheren Top-Managers: Der ehemalige PayPal-Präsident David Marcus (bis 2014) kritisierte laut Benzinga öffentlich die strategische Ausrichtung. Besonders beim Thema „Buy Now, Pay Later“ bemängelte er, PayPal habe BNPL eher als defensives Checkout-Feature behandelt, während Wettbewerber wie Klarna und Affirm stärker Verbraucher-Marken aufgebaut hätten.

Einen positiven Akzent setzte PayPal mit der Ankündigung einer Partnerschaft mit Sabre und Mindtrip, um ein „agentic AI“-Reiseerlebnis zu entwickeln. Damit könnte sich im Reisesektor zusätzliches Zahlungsvolumen eröffnen.

Der nächste konkrete Fixpunkt ist der 1. März: Dann soll Enrique Lores den CEO-Posten übernehmen – und damit die Phase beginnen, in der sich die operative Umsetzung und die strategische Linie an messbaren Ergebnissen messen lassen müssen.

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