PayPal wollte nach Jahren des Umbaus eigentlich wieder Vertrauen aufbauen. Doch ausgerechnet nach einem enttäuschenden Weihnachtsquartal kommt es zum abrupten Chefwechsel. Das sorgt für neue Unsicherheit: Welche Richtung schlägt der Zahlungsdienst jetzt ein?

Enttäuschendes Quartal trifft Kernbereich

Im vierten Quartal 2025 blieb PayPal unter den Markterwartungen. Der Umsatz lag bei 8,68 Mrd. US-Dollar (erwartet: 8,80 Mrd.), der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,23 US-Dollar (erwartet: 1,28). Das ist besonders unangenehm, weil das Schlussquartal für Zahlungsanbieter normalerweise saisonal Rückenwind bringt – dank Geschenkekäufen, Reisen und Rabattaktionen.

Ein zusätzlicher Dämpfer kam ausgerechnet aus dem margenstärkeren „Branded Checkout“, einem zentralen Fokus der bisherigen Strategie. Das Wachstum im Online-Branded-Checkout verlangsamte sich auf nur noch 1%, nach 6% im Vorjahresquartal. Laut CFO Jamie Miller spielten mehrere Faktoren hinein: Druck im US-Einzelhandel, Gegenwind im Ausland sowie schwierigere Vergleichswerte. Auch das Zahlungsvolumen in diesem Segment kühlte ab: währungsbereinigt plus 1%, nach 5% Wachstum im dritten Quartal.

CEO-Abgang bringt neue Fragezeichen

Parallel zu den Zahlen wurde bekannt, dass CEO Alex Chriss das Unternehmen verlässt. Der Verwaltungsrat erklärte zwar, man habe in den vergangenen zweieinhalb Jahren Fortschritte erzielt – Tempo und Umsetzung hätten aber nicht den Erwartungen entsprochen.

Als neuer Präsident und CEO ist Enrique Lores ab dem 1. März 2026 vorgesehen. Bis dahin führt CFO Jamie Miller PayPal interimistisch. Lores war zuletzt über sechs Jahre Chef von HP und soll dort den Umbau mit vorangetrieben haben – unter anderem durch den Ausbau in Richtung Services, Abos und KI-gestützte Angebote. Zusätzlich wurden die Rollen im Board neu geordnet: David W. Dorman übernimmt mit sofortiger Wirkung den Posten des unabhängigen Verwaltungsratsvorsitzenden.

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Schwächerer Ausblick und harter Wettbewerb

Für weiteren Gegenwind sorgt der Ausblick: Für 2026 erwartet PayPal beim bereinigten Jahresgewinn nur eine Spanne von einem leichten Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich bis zu einem kleinen Plus. Das liegt deutlich unter den am Markt erwarteten rund 8% Wachstum.

Zudem rückt PayPal von der bisher kommunizierten 2027-Perspektive ab: Künftig will das Management nur noch jeweils ein Jahr im Voraus konkrete Prognosen geben. Das ist für Anleger ein Einschnitt, weil es die längerfristige Planbarkeit reduziert.

Als Belastungsfaktor nennt das Management außerdem nachlassende Ausgaben bei Konsumenten mit niedrigen und mittleren Einkommen. Miller sprach von Druck über das gesamte Retail-Händlerportfolio hinweg und verwies auf makroökonomische Einflüsse sowie eine „K-förmige Wirtschaft“.

Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb intensiv. Apple und Google erhöhen im Payment-Markt den Druck auf etablierte Anbieter. Evercore ISI stellte vor diesem Hintergrund die strategische Stoßrichtung infrage – auch mit Blick darauf, ob Lores erneut einen mehrjährigen Turnaround anstoßen oder strategische Optionen für Unternehmensteile prüfen könnte.

Wichtige Fakten im Überblick:
- Umsatz Q4 2025: 8,68 Mrd. USD (Erwartung: 8,80 Mrd.)
- Bereinigtes EPS Q4 2025: 1,23 USD (Erwartung: 1,28)
- Branded-Checkout-Wachstum Q4 2025: 1% (Vorjahr: 6%)
- CEO-Wechsel: Enrique Lores startet am 1. März 2026, bis dahin Interim durch CFO

Nach dem starken Abverkauf der vergangenen Wochen markierte die Aktie heute bei 33,80 € ein neues 52‑Wochentief. Der nächste konkrete Termin ist der 1. März 2026: Dann übernimmt Lores offiziell – und der Markt dürfte sehr genau hinschauen, ob daraus schnell eine klarere, glaubwürdige Linie für 2026 wird.

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