Bei PayPal kommt gleich doppelt Unruhe auf: Der Konzern tauscht überraschend den CEO aus – und stellt für 2026 eine Gewinnentwicklung in Aussicht, die deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. Am Markt kam das schlecht an. Die Aktie rutschte nach den Meldungen kräftig ab.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Neuer CEO ab 1. März 2026: Enrique Lores
  • Q4-Umsatz und Gewinn je Aktie unter Konsens
  • Branded Checkout wächst nur noch 1% (Vorjahr: 6%)
  • Ausblick 2026: Ergebnis stagniert bis leicht rückläufig – statt erwarteter ~8% Wachstum
  • Kursreaktion: Aktie fällt um rund 19%

Wechsel an der Spitze

Der Verwaltungsrat hat Enrique Lores zum neuen President und CEO berufen. Er übernimmt ab dem 1. März 2026. Lores saß fast fünf Jahre im Board und ist seit Juli 2024 dessen Chairman. Zuvor war er mehr als sechs Jahre Präsident und CEO von HP Inc.

Der bisherige CEO Alex Chriss geht nach rund zweieinhalb Jahren. Der Verwaltungsrat begründete den Schritt damit, dass es zwar Fortschritte gegeben habe, Tempo und Umsetzung aber nicht den Erwartungen entsprochen hätten. Bis zum Amtsantritt von Lores führt CFO Jamie Miller das Unternehmen interimistisch.

Parallel gibt es auch im Board eine Änderung: David W. Dorman wird mit sofortiger Wirkung Independent Board Chair. In der Mitteilung von vergangener Woche heißt es, Lores solle die Innovationskultur weiter stärken, um eine langfristige Transformation zu liefern.

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Q4-Zahlen: Unter der Latte

Die Quartalszahlen für Q4 2025 (veröffentlicht vergangene Woche) verfehlten die Markterwartungen gleich bei mehreren Kennziffern:

  • Umsatz: 8,68 Mrd. USD (Konsens: 8,80 Mrd. USD, LSEG)
  • Bereinigtes EPS: 1,23 USD (erwartet: 1,28 USD)
  • Branded-Checkout-Wachstum: nur noch 1% (Vorjahr: 6%)

CFO Jamie Miller verwies laut Reuters auf Druck im Portfolio der Einzelhandels-Händler – besonders bei Kunden mit niedrigen und mittleren Einkommen.

Ausblick 2026: Wenig Rückenwind

Zusätzlichen Gegenwind brachte der Blick nach vorn: Für 2026 erwartet PayPal beim bereinigten Gewinn eine Spanne von leicht rückläufig (niedriger einstelliger Prozentbereich) bis leicht steigend. Das steht im klaren Gegensatz zu den am Markt verankerten Erwartungen von rund 8% Wachstum (LSEG).

Auffällig: Miller erklärte zudem, PayPal lege sich nicht mehr auf den konkreten 2027-Ausblick fest, der beim Investor Day im vergangenen Jahr präsentiert wurde. Künftig soll es Prognosen jeweils nur für ein Jahr geben.

Branded Checkout: Strategischer Knackpunkt

Gerade das margenträchtigere Branded-Checkout-Geschäft galt als zentraler Schwerpunkt der bisherigen Strategie. Doch das Wachstum hat sich im vierten Quartal deutlich abgekühlt. PayPal nennt dafür drei Treiber: Schwäche im US-Einzelhandel, Gegenwind international sowie anspruchsvollere Vorjahresvergleiche.

Das Unternehmen spricht von kurzfristigen Maßnahmen, um wieder Momentum aufzubauen, nannte aber keinen Zeitraum, wann sich das in den Zahlen zeigen soll.

Zum Abschluss zählt damit vor allem eines: Bis 1. März liegt die operative Verantwortung beim Interims-CEO Jamie Miller – und der neue Mann an der Spitze startet in einem Umfeld, in dem der Markt schnelle Fortschritte beim Branded Checkout und beim Ergebnisausblick für 2026 einfordert.

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