PayPal wollte 2026 eigentlich mit mehr Tempo überzeugen – stattdessen sorgt eine Mischung aus schwächeren Zahlen, vorsichtiger Prognose und einem überraschenden Chefwechsel für neue Unsicherheit. Der Knackpunkt: Ausgerechnet das margenstärkere Kerngeschäft verliert an Schwung. Wie soll unter neuer Führung jetzt wieder Vertrauen entstehen?

Chefwechsel kommt unerwartet

Der Verwaltungsrat hat CEO Alex Chriss abgelöst und Enrique Lores zum neuen Chef ernannt. Lores war zuvor mehr als sechs Jahre Präsident und CEO von HP. Begründung des Boards: Tempo und Umsetzung unter Chriss hätten die Erwartungen nicht erfüllt.

Bis Lores am 1. März 2026 übernimmt, führt CFO Jamie Miller das Unternehmen interimistisch. An der Börse kommt so ein Wechsel zur Unzeit meist schlecht an – weil er automatisch die Frage aufwirft, ob die bisherige Strategie trägt oder erneut neu aufgesetzt wird. Evercore ISI formulierte die zentrale Unsicherheit: Bringt die neue Führung ein neues Payments-Team für einen weiteren mehrjährigen Turnaround – oder prüft sie strategische Optionen rund um Unternehmenswerte?

Quartalszahlen verfehlen die Erwartungen

Im vierten Quartal 2025 blieb PayPal in wichtigen Punkten hinter den Markterwartungen zurück. Das ist deshalb relevant, weil der Markt bei einem Konzern im Umbau besonders stark auf „Beweise“ achtet, dass die Maßnahmen greifen.

Die wichtigsten Q4-Fakten:
- Umsatz: 8,68 Mrd. US-Dollar (Erwartung: 8,80 Mrd.)
- Bereinigtes EPS: 1,23 US-Dollar (Erwartung: 1,28)
- Aktive Konten: 439 Mio. (+1% zum Vorjahr)
- Zahlungstransaktionen: 6,8 Mrd. (+2%)

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Die Nutzungszahlen steigen also weiter – aber nur moderat. Gleichzeitig reichte das nicht, um die Enttäuschung über Umsatz und Gewinnkennziffern zu kompensieren.

Branded Checkout schwächelt – und 2026 klingt vorsichtig

Ein besonderer Sorgenpunkt war die Entwicklung beim Branded Checkout (also dem PayPal-Bezahlvorgang mit PayPal-Branding, der als margenstärker gilt). Das Wachstum im Online-Branded-Checkout fiel in Q4 auf nur 1%, nach 6% im Vorjahresquartal. PayPal verwies hier auf Schwäche im US-Einzelhandel, Gegenwind im Ausland und anspruchsvollere Vergleichswerte.

Noch schwerer wog der Blick nach vorn: Für 2026 stellte das Management beim bereinigten Gewinn eine Spanne in Aussicht, die von einem Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich bis zu einem leichten Plus reicht. Das lag deutlich unter den Erwartungen des Marktes, der laut LSEG mit rund 8% Gewinnwachstum gerechnet hatte. Zusätzlich zog PayPal die zuvor auf einem Investorentag kommunizierte konkrete 2027-Zielsetzung zurück und will stattdessen nur noch jeweils für ein Jahr Ausblick geben.

Interimschef Miller sprach zudem von spürbarem Druck im Händlerportfolio, besonders bei Kunden mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Makro-Gegenwind spiele eine Rolle, gleichzeitig räumte das Unternehmen ein, dass bessere Umsetzung nötig sei, um bei wichtigen Händlern gerade in umsatzstarken Einkaufsphasen zu punkten.

Passend dazu zeigt der Kursverlauf, wie dünn die Nerven inzwischen sind: Der Schlusskurs lag gestern bei 33,89 €, damit markierte die Aktie zugleich ihr 52-Wochen-Tief.

Im Hintergrund bleibt der Wettbewerb ein Dauerproblem. Apple und Google drängen weiter in den Zahlungsmarkt, dazu kommen aggressive Fintech-Rivalen. Genau in diesem Umfeld muss die neue Führung ab März liefern – vor allem beim margenstärkeren Checkout und einer Guidance, die wieder mehr Planbarkeit ausstrahlt.

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