Eigentlich lieferte der Software-Gigant Ende Januar starke Zahlen, doch die Reaktion der Anleger fällt zunehmend ernüchternd aus. Seit der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse hat die Aktie rund 14 Prozent an Wert verloren und notiert nun deutlich unter der 400-Dollar-Marke. Nun verschärft sich die Lage weiter: Die Investmentbank Stifel stufte das Papier am Donnerstag herab und strich das Kursziel drastisch zusammen, was den Abwärtsdruck zusätzlich verstärkt.

Wettbewerbsdruck und KI-Kosten im Fokus

Der Auslöser für den jüngsten Kursrutsch auf aktuell 394,91 USD war eine Herabstufung durch den Stifel-Analysten Brad Reback. Er senkte sein Votum von „Buy“ auf „Hold“ und kappte das Kursziel massiv von 540 auf 392 US-Dollar. Reback begründete diesen pessimistischen Schritt mit einer verschärften Konkurrenzsituation im Bereich der Künstlichen Intelligenz, insbesondere durch Alphabet und Anthropic. Auch Daiwa Capital Markets reagierte und senkte das Kursziel, wenngleich das Kaufvotum dort bestehen blieb.

Im Zentrum der Kritik stehen dabei nicht die Einnahmen, sondern die massiven Ausgaben. Microsoft investierte im abgelaufenen Quartal 37,5 Milliarden US-Dollar in Investitionsgüter (CapEx), primär für den Ausbau der KI-Infrastruktur wie Rechenzentren und GPU-Kapazitäten. Da KI-Hardware relativ schnell veraltet, stellen sich Marktteilnehmer zunehmend Fragen zur Rentabilität und dem Zeitrahmen, bis sich diese gewaltigen Summen auszahlen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?

Kapazitätsengpässe bremsen Azure

Trotz der Bedenken lieferte Microsoft operativ solide ab: Der Umsatz kletterte um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden US-Dollar, und der Gewinn je Aktie übertraf mit 4,14 US-Dollar die Erwartungen deutlich. Besonders die Cloud-Sparte Azure wuchs um beachtliche 39 Prozent.

Doch hier liegt das Dilemma, das die Anleger nervös macht: Das Unternehmen stößt an physikalische Grenzen. Das Management räumte ein, dass Kapazitätsengpässe das Wachstum von Azure derzeit limitieren. Microsoft kann die enorme Nachfrage nach KI-Diensten schlichtweg nicht schnell genug bedienen, da die nötige Infrastruktur noch im Aufbau ist. Für das dritte Geschäftsquartal stellt das Unternehmen ein Azure-Wachstum von 37 bis 38 Prozent in Aussicht – solide, aber durch die Engpässe gedeckelt.

Auftragsbücher auf Rekordniveau

Ein Blick in die Auftragsbücher zeigt jedoch, dass das Problem auf der Angebots- und nicht auf der Nachfrageseite liegt. Die sogenannten „Commercial Bookings“ explodierten förmlich mit einem Wachstum von 230 Prozent im Vergleich zum Vorquartal (dort 112 Prozent). Der Auftragsbestand im gewerblichen Bereich erreichte 625 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen unterstreichen, dass die Unternehmen weiterhin massiv in Microsofts Cloud- und KI-Lösungen investieren wollen, sobald die Kapazitäten verfügbar sind.

Für das laufende dritte Geschäftsquartal prognostiziert Microsoft einen Umsatz zwischen 80,65 und 81,75 Milliarden US-Dollar. Aktionäre erhalten zudem am 12. März 2026 eine Quartalsdividende von 0,91 US-Dollar je Aktie, sofern sie das Papier bis zum 19. Februar im Depot halten.

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 06. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...