Porsche muss sich gerade an zwei Fronten behaupten: Der europäische Autosektor ist nach den schwachen Zahlen von Volvo Cars angeschlagen – und gleichzeitig sorgen Berichte über einen möglichen Kurswechsel bei einem wichtigen E-Projekt für Unruhe. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie konsequent der Sportwagenbauer seine Elektro-Strategie bei der 718-Reihe weiterverfolgt.

Die Aktie spiegelt diese angespannte Gemengelage wider: Mit 39,45 Euro markiert sie heute ein neues 52‑Wochen‑Tief und liegt damit deutlich unter wichtigen Durchschnittswerten.

Elektro-718 auf dem Prüfstand

Laut Berichten prüft Porsche-CEO Michael Leiters, die geplanten vollelektrischen Nachfolger der 718-Baureihe (Boxster und Cayman) zu stoppen. Als Gründe werden Verzögerungen in der Entwicklung sowie Kostenüberschreitungen genannt. Das wäre keine kleine Modellpflege, sondern würde einen zentralen Baustein der elektrischen Modellpalette betreffen.

Zusätzlichen Druck bringt die Lieferkette: Die Insolvenz des Batterielieferanten Northvolt im März 2025 soll die Planung belastet haben. Dazu kommen Berichte über eine deutlich vorsichtigere Erwartung für China – ein Markt, der für Premiumhersteller traditionell viel Gewicht hat.

Wichtige Punkte aus den Berichten:
- Prüfung eines Stopps der Elektro-718-Modelle (Boxster/Cayman)
- Gründe: Entwicklungsverzögerungen und Kostenüberschreitungen
- Lieferkette: Northvolt-Insolvenz (März 2025) als Belastungsfaktor
- China-Ausblick 2026 (Bericht): von 100.000 auf 30.000–40.000 Fahrzeuge gesenkt
- Hintergrund (Bericht): operativer Gewinn 2025 um rund 1,8 Mrd. Euro niedriger

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Was bedeutet das konkret? Der Markt liest solche Signale meist als Hinweis, dass Zeitpläne und Profitabilität in der E-Offensive schwerer zu halten sind als gedacht – besonders, wenn gleichzeitig die China-Erwartungen schrumpfen.

Sektordruck nach Volvo-Zahlen

Die Diskussion trifft Porsche in einem ohnehin schwachen Umfeld. Auslöser waren am Donnerstag enttäuschende Q4-Zahlen von Volvo Cars, woraufhin die Aktie der Schweden um 22% einbrach und damit den ganzen Sektor mit nach unten zog.

Porsche liegt auch in der kurzfristigen Entwicklung unter Druck: Auf Sicht von 30 Tagen -14,81%, seit Jahresanfang -16,79%. Zudem notiert der Kurs rund 11% unter dem 50‑Tage‑Durchschnitt (44,34 Euro) – ein Zeichen, dass die Erholung zuletzt ausblieb.

Motorsport-Technik als Lichtblick

Abseits der Serienstrategie meldete Porsche Fortschritte im GEN4‑Formel‑E‑Programm. Seit November 2025 fuhren die Werksfahrer Pascal Wehrlein und Nico Müller laut Unternehmensangaben 1.472 Testkilometer in Spanien.

Der neue GEN4-Bolide soll mit 600 kW (816 PS) und permanentem Allradantrieb den größten Leistungssprung der Rennserie bringen. Porsche entwickelt dabei unter anderem DC/DC‑Wandler, Brake‑by‑Wire und Software selbst. Die Effizienz des aktuellen Antriebsstrangs wird mit über 97% angegeben – Motorsport als Technologie-Labor, auch wenn die 718-Debatte aktuell die Schlagzeilen bestimmt.

Zum Ausklang der Woche bleibt damit ein klarer Dreiklang: schwacher Sektor, strategische Fragezeichen beim Elektro‑718 und gleichzeitig technischer Fortschritt im Rennbetrieb. Kurzfristig dürfte der Markt vor allem darauf achten, ob aus den 718-Berichten belastbare Entscheidungen werden – denn der Kurs liegt bereits am 52‑Wochen‑Tief von 39,45 Euro.

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