PayPal Aktie: Kleine Schockwelle?
PayPal hat die Märkte diese Woche gleich auf mehreren Ebenen enttäuscht: schwächere Quartalszahlen, ein deutlich vorsichtigerer Blick auf 2026 – und dann auch noch ein überraschender Chefwechsel. Genau diese Kombination macht Anleger nervös, weil sie nach einem klaren Fahrplan klingt, der plötzlich wackelt. Was steckt hinter dem Schritt an der Spitze – und was sagen die Zahlen wirklich aus?
Chefwechsel kommt überraschend
Der Verwaltungsrat hat CEO Alex Chriss abgelöst. Laut Reuters entsprach Tempo und Umsetzung unter ihm nicht den Erwartungen des Boards. Das ist bemerkenswert, weil Chriss eigentlich angetreten war, um PayPal durch eine Phase mit langsamerem Wachstum und mehr Konkurrenz zu steuern.
Neuer Präsident und CEO wird Enrique Lores, bislang Chef von HP. Er übernimmt am 1. März. Bis dahin führt CFO Jamie Miller das Unternehmen übergangsweise als Acting-CEO.
An der Wall Street kam die Personalie nicht gut an. Evercore ISI verwies darauf, dass nun entscheidend sei, ob Lores ein starkes Payments-Team aufbaut, um eine weitere mehrjährige Sanierung anzuschieben – oder ob PayPal strategische Optionen für einzelne Vermögenswerte prüft.
Die Q4-Zahlen: Unter den Erwartungen
Operativ blieb PayPal im vierten Quartal 2025 in mehreren Punkten hinter den Schätzungen zurück. Das trifft den Markt besonders dann, wenn ohnehin die Sorge wächst, dass das Kerngeschäft an Schwung verliert.
Wichtige Punkte aus dem Quartal:
- Umsatz: 8,68 Mrd. US-Dollar (unter Erwartung: 8,80 Mrd.)
- Bereinigtes Ergebnis je Aktie (EPS): 1,23 US-Dollar (unter Erwartung: 1,28)
- Aktive Accounts: 439 Mio. (+1% zum Vorjahr)
- Zahlungstransaktionen: 6,8 Mrd. (+2% zum Vorjahr)
Gerade bei den Nutzer- und Transaktionszahlen fällt auf: Wachstum ist noch da, aber eher im Schritttempo.
Branded Checkout und Ausblick bremsen
Ein zentraler Schwachpunkt war das Wachstum im branded Online-Checkout – also dem PayPal-Bezahlvorgang mit Marke im Shop. Dieses Segment war ein Fokus des scheidenden CEOs, kühlte aber im Quartal auf nur noch 1% ab (Vorjahr: 6%). CNBC nennt dafür mehrere Gründe: Gegenwind im US-Einzelhandel, internationale Belastungsfaktoren und anspruchsvollere Vergleichswerte.
Noch schwerer wog der Blick nach vorn: Für 2026 stellte PayPal beim bereinigten Gewinn nur eine Spanne von einem leichten Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich bis zu einem kleinen Plus in Aussicht. Das liegt deutlich unter der Markterwartung von rund 8% Wachstum (LSEG).
Zusätzlich kappte CFO Jamie Miller die Verlässlichkeit früherer Langfristziele: PayPal will sich nicht mehr auf den konkreten 2027-Ausblick vom Investor Day im Vorjahr festlegen und künftig jeweils nur ein Jahr im Voraus prognostizieren.
Miller verwies außerdem auf Druck im Händlerportfolio, besonders bei Konsumenten mit niedrigerem und mittlerem Einkommen. Zugleich räumte sie ein, dass PayPal bei wichtigen Händlern – vor allem in umsatzstarken Einkaufsphasen – besser werden müsse.
PayPal steht zudem in einem härter werdenden Wettbewerbsumfeld. Apple und Google drängen weiter in den Zahlungsmarkt, was die Sorge vor schleichenden Marktanteilsverlusten nährt. Das Unternehmen kündigte kurzfristige Maßnahmen an, um das Checkout-Geschäft wieder zu beleben – einen klaren Zeitpunkt für eine spürbare Trendwende konnten die Verantwortlichen aber nicht nennen.
Beim Kurs hat sich der Stimmungsumschwung bereits niedergeschlagen: Der Schlusskurs lag gestern bei 36,04 Euro, und in den letzten sieben Tagen steht die Aktie bei -18,71%. Entscheidend wird nun der 1. März: Dann übernimmt Enrique Lores offiziell – und der Markt dürfte sehr genau hinschauen, ob PayPal schnell konkrete Schritte liefert, um Checkout-Wachstum und Profitabilität wieder planbarer zu machen.
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