Oracle greift 2026 tief in die Finanzierungskiste: Bis zu 50 Milliarden Dollar will der Konzern über Anleihen und neue Aktien einsammeln. Der Grund ist weniger „Wachstum um jeden Preis“ als ein handfester Engpass: Rechenzentrumskapazitäten für KI-Kunden sind vertraglich zugesagt – und müssen geliefert werden. Doch wie gut verträgt der Aktienmarkt diese Größenordnung an Kapitalbedarf?

45 bis 50 Milliarden – wofür Oracle das Geld braucht

Der Plan ist klar umrissen: Oracle will seine Cloud-Infrastruktur massiv ausbauen, um die zugesagte Nachfrage großer Kunden zu bedienen. Genannt werden unter anderem Nvidia, Meta, OpenAI, AMD, TikTok und xAI. Entscheidend ist dabei der Vertragscharakter: Laut Fitch binden mehrjährige kommerzielle Verträge Oracle daran, KI-Rechenkapazität bereitzustellen.

Konkret soll etwa die Hälfte der Finanzierung über Eigenkapital-nahe Instrumente und Aktien kommen. Dazu zählen „mandatory convertible“ Vorzugsaktien sowie ein frisch genehmigtes At-the-Market-Programm (ATM) von bis zu 20 Milliarden Dollar.

Wichtige Eckpunkte im Überblick:
- Geplante Mittelaufnahme 2026: 45–50 Mrd. USD
- Startschuss: 25 Mrd. USD Anleiheplatzierung (02. Februar)
- Aktienprogramm (ATM): bis zu 20 Mrd. USD
- Mix aus: Fremdkapital + aktienbezogene Finanzierung

Kreditmarkt entspannt sich – warum das ein Signal ist

Im Kreditmarkt kam die „Balance“ aus Schulden und Eigenkapital gut an. Oracles 5‑jährige Credit-Default-Swaps fielen laut CNBC um 17% – ein Hinweis darauf, dass Investoren das Risiko einer Abstufung geringer einschätzen, wenn die Finanzierung nicht nur über zusätzliche Schulden läuft.

Auch Analystenreaktionen stützen dieses Bild: Barclays stufte Oracles Anleihen auf „Overweight“ hoch und argumentierte, Eigenkapitalfinanzierung begrenze die Abwärtsrisiken für Gläubiger. Fitch vergab für die maßgeblichen unbesicherten Anleihen ein BBB-Rating mit stabilem Ausblick.

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Aktie schwankt – Verwässerungsangst bleibt

An der Börse ist die Stimmung gemischter. Denn was Gläubiger beruhigt, ist für Aktionäre oft der Haken: Neue Aktien bedeuten potenzielle Verwässerung. UBS warnte entsprechend, dass 20 bis 25 Milliarden Dollar aus Aktienverkäufen „nicht bei allen Aktionären gut ankommen“ dürften.

Dazu passt, dass Scotiabank zwar bei „Outperform“ blieb, aber das Kursziel am Dienstag von 260 auf 220 Dollar senkte – mit Verweis auf anhaltende Sorgen über den Kapitalbedarf.

Bei den Kursdaten zeigt sich der Druck der letzten Wochen besonders deutlich: In den vergangenen 30 Tagen liegt die Aktie rund 24,5% im Minus (aktueller Kurs: 145,35 USD).

Konkreter Blick nach vorn

Der Markt dürfte in den nächsten Wochen vor allem zwei Punkte gegeneinander abwägen: Wie schnell Oracle die zugesagte KI-Rechenkapazität profitabel in Umsatz umwandeln kann – und wie stark die angekündigte Eigenkapital-Komponente die bestehende Aktionärsbasis verwässert. Nächster Fixpunkt im Kalender sind die Quartalszahlen am 9. März 2026 (erwartet), die erstmals zeigen könnten, ob der teure Ausbau schon messbar in der Cloud-Dynamik ankommt.

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