Oracle Aktie: Lange Gesichter?
Oracle treibt den Ausbau seiner KI-Infrastruktur mit viel Tempo voran – und setzt dafür spürbar auf frisches Kapital. Genau dieser Mix aus hohen Investitionen, steigender Verschuldung und einer deutlich niedrigeren Bewertung sorgt derzeit für Diskussionen. Gleichzeitig liefern ein rekordhoher Auftragsbestand und neue Analysten-Argumente auch wieder Stoff für Optimismus.
Milliardenplan für KI – und eine heikle Cashflow-Phase
Im Kern geht es um Oracles aggressiven Kapitalkurs: Für 2026 plant der Konzern, insgesamt 45 bis 50 Milliarden US-Dollar an neuem Kapital aufzunehmen, um den Infrastruktur-Ausbau im Cloud-Geschäft zu finanzieren. Das ist eine Hausnummer – und erklärt, warum der Markt so genau auf die Finanzierung und die Bilanz blickt.
Der Zeitpunkt ist zudem sensibel. Im zweiten Geschäftsquartal 2026 meldete Oracle einen negativen Free Cashflow von 10 Milliarden US-Dollar. Für viele Investoren ist das der Knackpunkt: Hohe Investitionen sind in der KI-Welle nichts Ungewöhnliches, aber die Kombination aus Kapitalbedarf und schwachem freien Cashflow nährt die Sorge, dass die Expansion stark schuldengetrieben wird.
Bewertungs-Reset und neue Zuversicht von Analysten
Die Debatte fällt in eine Phase, in der die Tech-Branche insgesamt massiv in KI-Kapazitäten investiert. Bei Oracle kam es dabei zu einem deutlichen „Reset“ an der Börse: Der Titel hat sich seit dem Hoch im September 2025 klar entfernt und notiert inzwischen weit darunter. Zum Jahresstart steht die Aktie deutlich im Minus – und das spiegelt sich auch in der Bewertung wider: Das KGV schrumpfte laut Quelle von über 40 auf rund 19.
Trotz dieser Vorgeschichte sehen einige Analysten das Chance-Risiko-Profil inzwischen wieder attraktiver. Oppenheimer stufte die Aktie am 25. Februar auf „Outperform“ hoch und setzte ein Kursziel von 185 US-Dollar. Rückenwind kommt dabei auch aus dem operativen „Buch der Zukunft“: Die Remaining Performance Obligations (RPO) – also vertraglich zugesicherte, noch nicht realisierte Erlöse – erreichten mit 523 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert. Das deutet auf viel bereits gebundene Nachfrage hin, die sich über die Zeit in Umsatz übersetzen kann.
Klagen und Insider-Verkäufe als zusätzliche Baustelle
Neben Finanzierung und Bewertung gibt es noch eine zweite Ebene, die Anleger einpreisen müssen: Oracle sieht sich Sammelklagen wegen angeblichen Wertpapierbetrugs gegenüber. Die Klagen beziehen sich auf den Zeitraum Juni bis Dezember 2025 und werfen dem Unternehmen vor, Aussagen zur KI-Strategie und zu den finanziellen Auswirkungen der Investitionsausgaben irreführend dargestellt zu haben. Bis 6. April 2026 können Investoren beim Gericht beantragen, als federführender Kläger eingesetzt zu werden.
Zusätzlich zeigen die jüngsten Daten zu Insidertransaktionen ein negatives Netto über die vergangenen 90 Tage – es gab also mehr Verkäufe als Käufe aus dem Management.
Der Markt spiegelt diese Gemengelage bereits wider: Am Freitag schloss die Aktie bei 123,00 Euro und liegt damit klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass das Vertrauen trotz einzelner positiver Impulse noch nicht vollständig zurück ist. In den kommenden Wochen dürfte sich viel daran entscheiden, wie überzeugend Oracle die Finanzierung des 45–50-Milliarden-Dollar-Plans erklärt und wie stark der Rekord-Auftragsbestand die Sorgen um Cashflow und Schulden überlagern kann.
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