Oracle bekommt nach Monaten mit Gegenwind wieder Rückenwind von der Analystenseite. Auslöser ist eine Hochstufung durch Oppenheimer, die vor allem eines betont: Nach dem kräftigen Kursrückgang wirkt das Chance-Risiko-Profil aus Sicht der Bank wieder attraktiver. Doch was steckt hinter dem Stimmungswechsel?

Warum Oppenheimer jetzt optimistischer wird

Oppenheimer-Analyst Brian Schwartz hob die Einstufung von „Perform“ auf „Outperform“ an und setzte ein Kursziel von 185 Dollar. Seine Kernthese: Der lange Abverkauf seit dem Herbst hat die Bewertung deutlich zusammengedrückt. Laut Invezz liege Oracle inzwischen bei rund dem 19-Fachen der erwarteten Gewinne, nachdem im September noch ein Multiple von über 40 im Raum stand.

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Schwartz bezeichnete Oracle zudem als starken „EPS-Compounder“, also als Unternehmen, das den Gewinn je Aktie über Jahre verlässlich steigern kann. In seinen Basis- und optimistischen Szenarien sieht er laut CNBC die Möglichkeit, dass sich der Gewinn je Aktie bis zum Geschäftsjahr 2030 verdoppelt oder sogar verdreifacht.

Die Sorgen hinter dem Kursdruck

Der Kursrutsch seit September hatte mehrere Treiber. Ein Punkt: Ein großer Teil der noch offenen Auftragsbestände („remaining performance obligations“) soll laut Invezz mit OpenAI verknüpft gewesen sein. Das schürte Sorgen über Klumpenrisiken und die Frage, wie belastbar diese Gegenpartei langfristig ist.

Hinzu kamen Zweifel, wie Oracle den massiven Ausbau seiner KI- und Cloud-Rechenzentrumsinfrastruktur finanzieren will. Diese Unsicherheit wog schwer – selbst gute operative Zahlen konnten das nicht sofort drehen: Nach den Q2-Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 rutschte die Aktie am 11. Dezember 2025 in einer Sitzung um 10,8% ab, obwohl Oracle laut Barchart ein bereinigtes EPS von 2,26 Dollar (+54%) und Umsatz von 16,1 Mrd. Dollar (+14%) meldete. Das Cloud-Geschäft wuchs dabei um 34% auf 8 Mrd. Dollar.

OpenAI und Kapitalplan: Zwei Baustellen, weniger Nebel

Ein zentraler Baustein der Hochstufung: Oppenheimer sieht nachlassende Sorgen rund um OpenAI. Laut Invezz verwies die Bank darauf, dass OpenAI Anfang Februar 2026 wieder auf mehr als 800 Millionen wöchentliche Nutzer gekommen sei. Außerdem werde eine erste eigene Enterprise-Vertriebseinheit aufgebaut, und es gebe Erwartungen an eine Finanzierungsrunde in der Größenordnung von rund 100 Mrd. Dollar. Das senkt aus Oppenheimers Sicht das Risiko, dass OpenAI die großen Rechenzentrumsverpflichtungen nicht tragen kann.

Parallel konkretisiert Oracle seine Finanzierung. Oppenheimer schätzt laut Invezz, dass bis zum Geschäftsjahr 2030 rund 330 Mrd. Dollar an Investitionen nötig sein könnten. Oracle kündigte daher am 1. Februar an, im Kalenderjahr 2026 brutto 45 bis 50 Mrd. Dollar aufnehmen zu wollen: auf der Eigenkapitalseite über Pflichtwandel-Vorzugsinstrumente und ein „at-the-market“-Programm bis zu 20 Mrd. Dollar, auf der Fremdkapitalseite über eine einmalige vorrangige unbesicherte Anleihe im Investment-Grade-Bereich Anfang 2026. Goldman Sachs soll die Anleihe, Citigroup die Aktienmaßnahmen begleiten. Oracle betonte dabei das Ziel, das Investment-Grade-Rating zu halten.

Kurz zum Kursbild: Der Titel hat über die letzten 30 Tage klar nachgegeben (‑13,80%) und liegt seit Jahresbeginn bei ‑24,98% – die Aktie steht damit weiterhin sichtbar unter Druck.

Am 9. März 2026 wird der nächste Quartalsbericht erwartet. Dann dürfte sich zeigen, ob die hohen Investitionen tatsächlich in schnelleres Wachstum übersetzen – und ob der Kapitalplan so reibungslos greift, wie Oracle ihn skizziert hat.

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