Oracle Aktie: Auftragsflut mit Haken
Oracle hat im dritten Quartal 2026 Zahlen vorgelegt, die an der Wall Street für Aufsehen sorgen. Der Auftragsbestand des Softwarekonzerns ist dank gewaltiger KI-Verträge auf nie dagewesene 553 Milliarden US-Dollar angeschwollen. Während das Management die Transformation zum reinen Cloud-Anbieter feiert, blicken Marktbeobachter zunehmend auf die enormen Vorabkosten und eine riskante Abhängigkeit von einem einzigen Großkunden.
KI-Boom treibt das Wachstum
Im abgelaufenen Quartal verzeichnete das Unternehmen das stärkste organische Wachstum seit über 15 Jahren. Der Gesamtumsatz kletterte um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Besonders die Cloud-Infrastruktur-Sparte (OCI) stach mit einem Plus von 84 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar hervor.
Der eigentliche Treiber der Marktfantasie ist jedoch die sogenannte "Remaining Performance Obligation" (RPO) – also vertraglich zugesicherte, aber noch nicht verbuchte Umsätze. Dieser Wert schoss um 325 Prozent nach oben. Das Management bestätigte, dass vor allem großvolumige KI-Verträge für diesen Sprung verantwortlich sind. Oracle verkauft derzeit Rechenzentrumskapazitäten, noch bevor die entsprechenden Anlagen überhaupt gebaut sind.
Teure Expansion und ein dominanter Kunde
Die gigantische Auftragspipeline bringt allerdings strukturelle Herausforderungen mit sich. Analysten verweisen auf ein erhebliches Klumpenrisiko, da 54 Prozent des gesamten Auftragsbestands direkt an den Erfolg von OpenAI geknüpft sind. Das KI-Unternehmen arbeitet bislang nicht profitabel. Für Oracle bedeutet das: Die vertraglichen Zusagen müssen sich erst noch in tatsächliche Zahlungsströme verwandeln.
Gleichzeitig verschlingt der Aufbau der benötigten KI-Infrastruktur enorme Summen. Für das Geschäftsjahr 2026 plant das Management Kapitalausgaben in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar. Diese Vorabinvestitionen in Chips und Rechenzentren belasten die Bilanz spürbar. Auf Zwölfmonatssicht weist Oracle einen negativen freien Cashflow von 24,7 Milliarden US-Dollar aus. Um diesen Kapitalbedarf zu decken, nahm der Konzern kürzlich 30 Milliarden US-Dollar über Anleihen und Vorzugsaktien auf.
Wall Street reagiert mit Kurszielanhebungen
Trotz der hohen Kostenbelastung werten viele Analysten das verbesserte Chance-Risiko-Verhältnis nach den Quartalszahlen positiv. Mehrere Großbanken passten ihre Einschätzungen nach oben an:
- JPMorgan: Hochstufung auf "Overweight" mit einem Kursziel von 210 US-Dollar
- Barclays: Kurszielanhebung auf 240 US-Dollar
- Morningstar: Bestätigung des fairen Wertes bei 220 US-Dollar
An der Börse spiegelt sich dieser Optimismus bisher nur bedingt wider. Nach dem deutlichen Kursrutsch der vergangenen Monate notiert der Titel aktuell bei rund 133 Euro und hat sich damit im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch vom vergangenen September mehr als halbiert.
Neben dem reinen Infrastruktur-Ausbau positioniert sich Oracle zunehmend als neutraler Partner im Multicloud-Bereich und kooperiert dafür mit Konkurrenten wie Amazon und Microsoft. Zudem baut das Unternehmen seine Marktführerschaft bei sogenannten "Sovereign AI"-Clouds für Regierungsbehörden aus, die strenge Datenresidenz erfordern. Das Management hat die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 bereits auf 90 Milliarden US-Dollar angehoben. Die weitere fundamentale Entwicklung hängt nun primär davon ab, wie effizient Oracle die geplanten 50 Milliarden US-Dollar an Investitionen einsetzt, um den massiven Auftragsbestand in wiederkehrende, margenstarke Umsätze zu überführen.
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