Evotec Aktie: Alles auf April
Das Restrukturierungsprogramm „Horizon" hat Evotec teuer zu stehen gekommen — der Kurs rauschte in der Folge auf ein neues 52-Wochen-Tief. Seither sucht die Aktie nach Stabilisierung. Ob das gelingt, hängt maßgeblich von einem einzigen Termin ab.
Was Horizon bedeutet — und was es kostet
Am 10. März stellte Evotec das Programm vor: Standortabbau auf zehn Einheiten weltweit, bis zu 800 Stellen weniger, jährliche Einsparungen von rund 75 Millionen Euro bis Ende 2027. Klingt nach einem klaren Plan — doch der Markt reagierte vor allem auf die Zahlen, die Horizon begleiten.
Die Umsatzprognose für 2026 liegt zwischen 700 und 780 Millionen Euro. Selbst der obere Rand verfehlt die Markterwartungen. Das bereinigte EBITDA soll lediglich zwischen 0 und 40 Millionen Euro erreichen — Analysten hatten über 80 Millionen Euro erwartet. Profitabilität im eigentlichen Sinne ist nun erst für 2028 eingeplant.
Das Zahlenwerk für 2025 offenbart zudem eine strukturelle Schieflage: Das Kernsegment Drug Discovery & Preclinical Development verlor 13 Prozent beim Umsatz und rutschte mit einem bereinigten EBITDA von minus 12 Millionen Euro in die Verlustzone. Gleichzeitig legte die Biologics-Tochter Just – Evotec Biologics um rund 40 Prozent auf 259 Millionen Euro zu und lieferte einen positiven EBITDA-Beitrag von rund 53 Millionen Euro. Zwei Segmente, zwei völlig unterschiedliche Realitäten.
Analysten zwischen Skepsis und Optimismus
Die Kapitalmarktseite ist ungewöhnlich gespalten. Fynn Scherzler von der Deutschen Bank senkte das Kursziel auf 4,50 Euro und blieb bei „Hold" — er bezeichnet die mittelfristigen Ziele als ambitioniert und verweist darauf, dass viel vom späteren Jahresverlauf abhänge. Charles Weston von RBC sieht das Programm hingegen als sinnvollen nächsten Schritt im Umbauprozess und hält an „Outperform" mit einem Kursziel von 10,00 Euro fest. Das durchschnittliche Kursziel der neun von Bloomberg befragten Analysten liegt bei 7,20 Euro — mehr als das Doppelte des aktuellen Kurses von rund 4,27 Euro.
Mittelfristig peilt Evotec Gruppenerlöse von über einer Milliarde Euro mit einem jährlichen Wachstum von 8 bis 12 Prozent an, dazu eine bereinigte EBITDA-Marge von 20 Prozent bis 2028. Ambitioniert ist das richtige Wort dafür.
Der 8. April als Nagelprobe
Am 8. April veröffentlicht Evotec die endgültigen Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 — inklusive detaillierter Informationen zum mittelfristigen Ausblick. Erst dann wird klar, ob das Biologics-Wachstum schnell genug skaliert, um das schwächelnde Discovery-Geschäft zu kompensieren, und ob die ersten operativen Effekte von Horizon greifbar werden. Die Aktie notiert knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 4,14 Euro — der Spielraum nach unten ist gering, der Beweis für eine glaubwürdige Trendwende steht noch aus.
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