Ver.di fordert 6,6 Prozent mehr Lohn für rund 60.000 Tarifbeschäftigte — und die Uhr tickt. Noch bevor die Hauptversammlung am 1. April tagt, laufen die bestehenden Entgelttarifverträge aus. Ab dem 13. April verhandeln Gewerkschaft und Konzern in vier Runden bis Ende Mai.

Starke Bilanz, enger Spielraum

Die Deutsche Telekom tritt aus einer Position operativer Stärke in die Verhandlungen. 2025 wuchs der Konzernumsatz organisch um 4,2 Prozent auf 119,1 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA-Ziel für 2026 liegt bei 47,4 Milliarden Euro. Aktionäre erhalten für 2025 eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie — elf Prozent mehr als im Vorjahr, Ex-Dividendentag ist der 2. April. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu zwei Milliarden Euro, von dem bereits rund 12,3 Millionen Aktien zurückgekauft wurden.

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Genau diese Kapitalstärke macht die Tarifrunde zur Gratwanderung: Wer so viel an Aktionäre ausschüttet, hat es schwerer, Lohnforderungen mit Verweis auf knappe Mittel abzuwehren.

Präzedenz aus 2024 setzt den Maßstab

Die Verhandlungen starten nicht ohne Vorgeschichte. 2024 setzte ver.di eine tabellenwirksame Erhöhung von sechs Prozent plus ein einheitliches zusätzliches Monatsentgelt von 190 Euro durch. Die aktuelle Forderung von 6,6 Prozent liegt darüber — ergänzt um eine Jahresprämie von 660 Euro. Personalkosten machen einen erheblichen Teil der Betriebskosten aus, besonders in Kundenservice und Feldorganisation.

Ein Abschluss in dieser Größenordnung würde den Free-Cashflow-Ausblick von 19,8 Milliarden Euro für 2026 unter Druck setzen. Beide Seiten wollen nach eigener Aussage die Verhandlungskonfusion des Vorjahres vermeiden — damals war bis in die zweite Runde unklar, über welche der 20 tarifgebundenen Konzernunternehmen überhaupt verhandelt wird.

Dichter Terminkalender im Frühjahr

Hauptversammlung, Ex-Dividendentag und Tarifauftakt fallen in einen Zeitraum von knapp zwei Wochen. Am 13. Mai folgen dann die Zahlen für das erste Quartal 2026. Bis dahin liefert das Ergebnis der Tarifrunde die entscheidende Variable für die Kostenprognose des DAX-Schwergewichts — und damit auch für die Glaubwürdigkeit der kommunizierten Jahresziele.

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