Oracle Aktie: Milliarden-Risiko abgewendet
Monatelang belastete ein erhebliches Klumpenrisiko die ehrgeizigen Cloud-Pläne von Oracle, da die langfristige Zahlungsfähigkeit des wichtigsten Kunden unklar war. Eine beispiellose Finanzierungsrunde des KI-Pioniers OpenAI verändert nun die Risikobewertung für den Datenbank-Giganten grundlegend. Die frischen Milliarden des ChatGPT-Entwicklers sichern einen massiven Teil der zukünftigen Oracle-Umsätze ab und verwandeln eine unsichere Vorleistung in planbares Geschäft.
Konkret geht es um vertraglich zugesicherte Umsätze in Höhe von 300 Milliarden US-Dollar, die OpenAI über die nächsten fünf Jahre für Server- und Rechenzentrumskapazitäten an Oracle zahlen soll. Mit der kürzlich abgeschlossenen privaten Finanzierungsrunde über 110 Milliarden US-Dollar hat OpenAI seine finanzielle Basis massiv gestärkt. Für Oracle bedeutet das den Wegfall eines enormen Ausfallrisikos bei den eigenen, extrem teuren Infrastruktur-Investitionen.
Cloud-Wachstum und volle Auftragsbücher
Diese neu gewonnene Planungssicherheit untermauert die jüngsten operativen Fortschritte. Im abgelaufenen dritten Geschäftsquartal kletterte der Umsatz im Bereich Cloud-Infrastruktur um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig stiegen die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) – also die vertraglich fest vereinbarten, aber noch nicht abgerechneten Umsätze – im Jahresvergleich um 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar.
An der Börse sorgten die starken Zahlen zuletzt für eine spürbare Erholung, was sich auch in einem stark überkauften RSI-Wert von 87 widerspiegelt. Dennoch notiert das Papier mit einem aktuellen Kurs von rund 135 Euro weiterhin mehr als 50 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch aus dem vergangenen September.
Die Kehrseite: Hohe Kosten für den Ausbau
Der aggressive Ausbau der KI-Infrastruktur hat allerdings seinen Preis. Das Vermieten von Nvidia-Grafikchips wirft geringere Gewinnmargen ab als das klassische Software-Lizenzgeschäft. In Kombination mit immensen Investitionen von über 35 Milliarden US-Dollar in den vergangenen zwölf Monaten führte dies zu einem negativen freien Cashflow von 13,18 Milliarden US-Dollar.
Um eine Schuldenspirale zu vermeiden, greift das Management auf eine zweigleisige Finanzierungsstrategie zurück. Ein Großteil der benötigten Hardware wird direkt durch Vorauszahlungen der Kunden finanziert. Für den restlichen Kapitalbedarf sammelte Oracle erst im Februar 30 Milliarden US-Dollar über Anleihen und Vorzugsaktien ein. Die operative Umsetzung rückt nun ins Zentrum: Im texanischen Abilene entsteht derzeit ein Vorzeige-Rechenzentrum mit einem Gigawatt Leistung, das bis Ende 2026 ans Netz gehen soll.
Der KI-Sektor wandelt sich zunehmend von einer spekulativen Phase hin zu einer kapitalintensiven Schwerindustrie. Mit einem Auftragsbestand von über einer halben Billion US-Dollar hat sich Oracle eine zentrale Position in diesem Markt gesichert. Die entscheidende Hürde für die kommenden Quartale besteht nun darin, die im Bau befindlichen Rechenzentren planmäßig fertigzustellen und die vertraglich zugesicherten Milliarden in tatsächliche Umsätze umzuwandeln.
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