Monatelang lastete die Sorge um die Zahlungsfähigkeit des wichtigsten Kunden schwer auf dem Cloud-Geschäft von Oracle. Nun sorgt eine gigantische Finanzierungsrunde bei OpenAI für Aufatmen. Mit frischem Kapital in Höhe von 110 Milliarden US-Dollar im Rücken rückt die Erfüllung gewaltiger Infrastruktur-Verträge wieder in sichere Reichweite.

Frisches Kapital adressiert Kernrisiko

Ein erheblicher Teil der jüngsten Kursverluste basierte auf einer riskanten Abhängigkeit. Von den vertraglich zugesicherten zukünftigen Einnahmen (RPO) entfielen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 rund 300 Milliarden US-Dollar allein auf OpenAI. Anleger zweifelten zunehmend daran, ob das KI-Unternehmen bei einem jährlichen wiederkehrenden Umsatz von lediglich 20 Milliarden US-Dollar diese enormen Verpflichtungen stemmen kann.

Die erfolgreiche private Finanzierungsrunde zerstreut diese Bedenken nun weitgehend. Das von Investoren wie Amazon, Nvidia und SoftBank geführte Konsortium bewertet OpenAI mit 730 Milliarden US-Dollar. Das frische Kapital adressiert direkt die Sorge der Investoren und untermauert die Bonität von Oracles größtem Kunden, während der Datenbank-Konzern selbst massive Schulden für den Ausbau seiner Rechenzentren aufnimmt.

Diese Entwicklung trifft auf ein ohnehin robustes operatives Fundament. Im dritten Quartal verzeichnete Oracle das stärkste Wachstum seit über 15 Jahren, wobei sowohl der organische Umsatz als auch der bereinigte Gewinn pro Aktie um mehr als 20 Prozent zulegten. Der gesamte Auftragsbestand kletterte im Jahresvergleich um 325 Prozent auf 553 Milliarden US-Dollar. Trotz dieser operativen Stärke notiert das Papier nach den jüngsten Korrekturen bei 135,18 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn rund 19 Prozent im Minus. Der deutliche Abschlag zum 52-Wochen-Hoch von 280,70 Euro verdeutlicht die vorangegangene Skepsis der Märkte.

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Hohe Investitionen belasten den Cashflow

Der massive Ausbau der Infrastruktur fordert allerdings seinen Preis. Die Investitionsausgaben sollen im laufenden Geschäftsjahr auf 50 Milliarden US-Dollar ansteigen, was den freien Cashflow der letzten zwölf Monate auf minus 24,7 Milliarden US-Dollar drückte. Um dieses rasante Wachstum zu finanzieren, hat das Management kürzlich 30 Milliarden US-Dollar über Anleihen und Vorzugsaktien eingesammelt.

Parallel dazu erweitert der Konzern seine Basis durch strategische Partnerschaften. Die native Integration der eigenen Datenbankdienste in die Cloud-Plattformen der einstigen Rivalen Amazon, Microsoft und Alphabet erschließt neue Vertriebskanäle. Kunden wie Air France-KLM oder Lockheed Martin unterstreichen die breite Nachfrage abseits des reinen KI-Segments.

Mit der finanziellen Absicherung durch OpenAI verliert das zentrale Bären-Szenario massiv an Zugkraft. Das Management hat die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 bereits um eine Milliarde auf 90 Milliarden US-Dollar angehoben und übertrifft damit die bisherigen Analystenschätzungen von 86,6 Milliarden US-Dollar. Die primäre Aufgabe für Oracle besteht nun darin, den Rekord-Auftragsbestand im Zuge des weiteren Rechenzentren-Ausbaus effizient in bilanzierbare Umsätze umzuwandeln.

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