Netflix muss sich in der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery neu sortieren. Der Rivale Paramount Skydance hat sein Barangebot erhöht und stellt damit den bestehenden Deal offen infrage. Entscheidend ist jetzt, ob der Verwaltungsrat das neue Angebot formal als besser einstuft – dann läuft für Netflix eine sehr kurze Frist.

Höheres Angebot – und harte Konditionen

Paramount Skydance bietet nun 31 US-Dollar je Aktie und will damit das gesamte Unternehmen übernehmen. Zuvor lag das Angebot bei 30 US-Dollar je Aktie.

Dem gegenüber steht die bereits vereinbarte Transaktion, bei der Netflix 27,75 US-Dollar je Aktie in bar für zentrale Vermögenswerte bieten will – darunter Filmstudios, Rechte (Intellectual Property), HBO sowie Streaming-Dienste. Der Gesamtwert dieses Deals liegt laut Angaben bei rund 82,7 bis 83 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden. Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery erklärte zuletzt, das erhöhte Paramount-Angebot könne „vernünftigerweise“ zu einem überlegenen Vorschlag führen.

Garantien sollen das Board überzeugen

Paramount Skydance legt zusätzlich finanzielle Sicherheiten nach. Bestandteil des überarbeiteten Angebots sind:

  • eine regulatorische Break-up Fee von 7 Milliarden US-Dollar (falls die Transaktion an Genehmigungen scheitert),
  • eine „Ticking Fee“ von 0,25 US-Dollar je Aktie und Quartal, falls sich der Abschluss über den 30. September 2026 hinaus verzögert,
  • sowie die Zusage, die 2,8 Milliarden US-Dollar schwere Kündigungsgebühr zu übernehmen, die beim Ausstieg aus der bestehenden Vereinbarung an den aktuellen Käufer fällig wäre.

Diese Konstruktion erhöht für Warner Bros. Discovery die Planungssicherheit – und macht einen Wechsel des Deals finanziell weniger schmerzhaft.

Vier Tage Zeit – und ein fixer Abstimmungstermin

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Der Verwaltungsrat hat seine Empfehlung für den bestehenden Deal bislang nicht zurückgezogen. Sollte er Paramounts Offerte jedoch offiziell als überlegen einstufen, hat Netflix exakt vier Geschäftstage, um mit einem verbesserten Gegenangebot zu reagieren.

Unabhängig davon ist die Aktionärsabstimmung über die ursprüngliche Vereinbarung bereits terminiert: Sie soll am 20. März 2026 stattfinden.

Parallel dämpfte das Management Erwartungen an einen Bieterwettstreit. Co-CEO Ted Sarandos sagte zuletzt, man agiere als „super-disziplinierter Käufer“ und sei bereit, einen Wettbewerber zu überzahlen zu lassen, statt die eigenen Bewertungsgrenzen für die Entertainment-Assets zu überschreiten.

Großbritannien zieht Regulierung an

Separat von der Übernahmesituation kommt zusätzlicher Regulierungsdruck aus Großbritannien. Die Regierung bestätigte gestern, dass große Streaming-Plattformen künftig stärker beaufsichtigt werden. Dienste mit mehr als 500.000 Nutzern fallen nun unter die Aufsicht der Medienaufsicht Ofcom und müssen vergleichbare Compliance- und Barrierefreiheitsanforderungen erfüllen wie klassische TV-Sender.

Der nächste konkrete Meilenstein in der Übernahmefrage ist damit die Aktionärsabstimmung am 20. März 2026 – davor könnte es jedoch schnell gehen, falls der Verwaltungsrat das Paramount-Angebot offiziell als überlegen einstuft und damit die Vier-Tage-Frist für Netflix auslöst.

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