Netflix kämpft aktuell an zwei Fronten um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery. Während der Streaming-Marktführer im US-Senat harte Fragen zur Marktmacht beantworten muss, tobt im Hintergrund ein aggressives Wettbieten mit der Konkurrenz. Die zentrale Frage für Anleger lautet: Kann der Deal angesichts der regulatorischen Hürden und einer feindlichen Gegenofferte überhaupt gelingen?

Gegenwind aus Washington

Am Dienstag musste sich Co-CEO Ted Sarandos vor dem Justizausschuss des Senats verantworten. Senator Mike Lee, Vorsitzender des Unterausschusses für Wettbewerbspolitik, äußerte deutliche kartellrechtliche Bedenken. Er warnte davor, dass Netflix anstrebe, "die eine Plattform zu werden, die alle beherrscht".

Sarandos verteidigte die Pläne vehement. Er argumentierte, die Übernahme stärke den Wettbewerb und sichere Arbeitsplätze. Im Gegensatz zu typischen Medienfusionen handele es sich hier nicht um das "Arche-Noah-Problem", bei dem am Ende alles doppelt vorhanden sei. Netflix kaufe gezielt Assets wie Filmstudios, die man selbst nicht besitze. Zudem sicherte das Management zu, das klassische Kinofenster von 45 Tagen für Warner-Filme beizubehalten.

Trump hält sich zurück – Bieterkampf eskaliert

Eine überraschende Wendung gab es gestern auf politischer Ebene: US-Präsident Donald Trump erklärte gegenüber NBC News, er werde sich nicht persönlich in den Bieterkampf einmischen. Das Justizministerium solle den Fall prüfen. Dies markiert eine Abkehr von früheren Aussagen aus dem Dezember 2025, in denen Trump noch eine direkte Intervention angedeutet hatte.

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Gleichzeitig wächst der Druck durch die Konkurrenz:
* Netflix bietet 82,7 Milliarden US-Dollar in bar für die Studios und HBO Max.
* Paramount Skydance hat ein konkurrierendes, feindliches Angebot für das gesamte Unternehmen vorgelegt, das einen Unternehmenswert von über 108 Milliarden US-Dollar impliziert.

Das Board von Warner Bros. Discovery hat die Offerten von Paramount Skydance bisher abgelehnt und favorisiert den Deal mit Netflix.

Finanzielle Basis und Ausblick

Netflix geht gestärkt in diese Auseinandersetzung. Die am 20. Januar gemeldeten Zahlen für das vierte Quartal 2025 übertrafen mit einem Umsatz von 12,1 Milliarden US-Dollar leicht die Erwartungen. Die Zahl der Abonnenten stieg auf 325 Millionen. Um die Übernahme zu stemmen, hat der Konzern Aktienrückkäufe vorerst gestoppt und Kreditzusagen in Höhe von 42,2 Milliarden US-Dollar gesichert.

Der nächste entscheidende Termin ist das Aktionärsvotum bei Warner Bros. Discovery, das bereits im März stattfinden könnte. Bis dahin dürfte die Unsicherheit über den Ausgang des Übernahmekampfes und die Haltung der Kartellbehörden die Volatilität der Aktie hochhalten.

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