Trotz Rekordzahlen im operativen Geschäft notiert die Netflix-Aktie heute nahe am 52-Wochen-Tief. Die Anleger ignorieren derzeit das starke Abonnentenwachstum und fokussieren sich stattdessen voller Sorge auf eine gigantische Übernahme. Ist der Streaming-Riese dabei, sich finanziell zu überheben?

Die Last der Schulden

Auslöser der Skepsis ist das überarbeitete Übernahmeangebot für Vermögenswerte von Warner Bros. Discovery (WBD). Netflix bietet eine reine Barzahlung von 27,75 US-Dollar je Aktie. Das vermeidet zwar eine Verwässerung der Altaktionäre, verändert die Kapitalstruktur des Konzerns jedoch drastisch.

Marktbeobachter beziffern den Enterprise Value der Transaktion auf rund 82,7 Milliarden US-Dollar. Um diesen massiven Zukauf zu finanzieren, plant das Management den Einsatz von 20 Milliarden US-Dollar an Eigenmitteln und die Aufnahme von 52 Milliarden US-Dollar neuer Schulden. Diese enorme Hebelwirkung verunsichert die Investoren: Seit die Details im Dezember bekannt wurden, hat die Aktie rund 16 Prozent an Wert verloren. Der Markt wägt derzeit ab, ob die geschätzten Synergien von jährlich 2 bis 3 Milliarden US-Dollar die Zinslast rechtfertigen.

Operative Stärke verpufft

Die negative Kursentwicklung steht in scharfem Kontrast zur fundamentalen Lage. Im vierten Quartal 2025 übertraf Netflix die Erwartungen deutlich:
* Umsatz: Anstieg um 17,6 Prozent auf 12,05 Milliarden US-Dollar.
* Abonnenten: Die weltweite Nutzerbasis wuchs um 8 Prozent auf 325 Millionen.
* Werbung: Die Erlöse in diesem Segment haben sich mehr als verweigerthalbfacht und liegen nun über 1,5 Milliarden US-Dollar.

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Dennoch dominiert die Angst vor der Bilanzbelastung. Freedom Capital Markets sieht im aktuellen Kursrutsch jedoch eine Chance. Die Analysten stuften das Papier am 27. Januar auf „Buy“ hoch und nannten ein Kursziel von 104 US-Dollar, da das Wachstum im Werbe- und Abogeschäft die Fusionsrisiken langfristig überwiegen könnte.

CEO nutzt Kursschwäche zum Ausstieg

Ein differenziertes Bild zeichnen die Insider-Aktivitäten. CEO Gregory K. Peters verkaufte am 29. Januar Aktien im Wert von rund 8,77 Millionen US-Dollar. Zwar können solche Transaktionen diverse private Gründe haben, doch Verkäufe aus der Führungsetage während einer Phase strategischer Unsicherheit und fallender Kurse werden von Aktionären genau beobachtet.

Für die weitere Kursentwicklung sind nun zwei Faktoren entscheidend: Der Verlauf der behördlichen Genehmigungsverfahren für den Warner-Deal und die finanzielle Disziplin im laufenden Quartal. Anleger blicken gespannt darauf, ob Netflix trotz der anstehenden Finanzierungslast das prognostizierte Ergebnis von 0,76 US-Dollar je Aktie im ersten Quartal erreichen kann.

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