Netflix Aktie: Solide Zahlen
Netflix hat im Schlussquartal 2025 die Markterwartungen leicht übertroffen, steht an der Börse aber dennoch unter Druck. Ausschlaggebend sind vor allem eine vorsichtig formulierte Prognose für 2026 und die offenen Fragen rund um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Q4 2025 übertrifft Umsatz- und Gewinnschätzungen knapp
- Werbeumsatz wächst stark und soll 2026 erneut deutlich zulegen
- Warner-Bros.-Deal auf reines Barangebot umgestellt, Finanzierung ausgeweitet
- Ausblick 2026: geringeres Umsatzwachstum, höhere Marge, hoher Free Cashflow
- Aktie rund 30 % unter den Kursen vor den ersten Übernahmegerüchten
Q4-Zahlen und Abo-Entwicklung
Im vierten Quartal 2025 lagen Umsatz und Ergebnis leicht über den Erwartungen der Wall Street. Netflix meldete:
- Gewinn je Aktie: 0,56 US-Dollar (Erwartung: 0,55 US-Dollar)
- Umsatz: 12,05 Mrd. US-Dollar (Erwartung: 11,97 Mrd. US-Dollar; +18 % zum Vorjahr)
- Nettoergebnis: 2,42 Mrd. US-Dollar (+29,4 % zum Vorjahr)
- operative Marge: 24,5 % (nach 22,2 % im Q4 2024)
Ein besonderes Signal für den Markt war die erneute Öffnung der Bücher bei den Abonnentenzahlen: Netflix überschritt im Quartal die Marke von 325 Mio. zahlenden Kunden weltweit, nach 301,2 Mio. ein Jahr zuvor. Da das Unternehmen die regelmäßige Berichterstattung zu den Subscriber-Zahlen zuvor eingestellt hatte, gilt dieses Update als wichtiger Referenzpunkt für das Wachstum des Kerngeschäfts.
Werbegeschäft legt deutlich zu
Stärker in den Fokus rückt der werbefinanzierte Bereich. Erstmals nannte Netflix einen Jahreswert für Werbeerlöse und bezifferte diese 2025 auf über 1,5 Mrd. US-Dollar. Damit haben sich die Werbeumsätze gegenüber 2024 mehr als verdoppelt.
Für 2026 peilt das Management erneut eine deutliche Steigerung an und rechnet mit rund 3 Mrd. US-Dollar Werbeerlösen. Das unterstreicht die wachsende Bedeutung des Werbemodells als zusätzlicher Wachstumstreiber neben dem klassischen Abo-Geschäft.
Warner-Bros.-Übernahme: Struktur geändert
Kurz vor Veröffentlichung der Quartalszahlen hat Netflix die Konditionen für die geplante Übernahme zentraler Assets von Warner Bros. Discovery angepasst. Der ursprünglich als Bar- und Aktiendeal geplante Erwerb wurde in ein reines Barangebot umgewandelt.
- Angebotspreis: 27,75 US-Dollar je WBD-Aktie
- Eigenkapitalwert des Angebots: 72 Mrd. US-Dollar
Zur Finanzierung erhöhte Netflix seine zugesagten Überbrückungskredite um 8,2 Mrd. US-Dollar auf insgesamt 42,2 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, Aktienrückkäufe zu pausieren, um zusätzlich Liquidität für die Transaktion aufzubauen.
Konkurrenz durch feindliches Angebot
Komplexer wird die Situation durch ein konkurrierendes Angebot von Paramount Skydance. Der Bieter hat ein feindliches Übernahmeangebot für sämtliche Anteile von Warner Bros. Discovery zu 30 US-Dollar je Aktie vorgelegt.
Der inhaltliche Zuschnitt der Offerten unterscheidet sich deutlich:
- Netflix zielt auf die Filmstudios und die Streaming-Plattform HBO Max ab.
- Paramount Skydance will zusätzlich die Kabel- und Nachrichtensparten übernehmen.
Co-CEO Ted Sarandos zeigte sich im Earnings Call zuversichtlich, dass das Netflix-Angebot die regulatorische Prüfung bestehen kann. Er argumentierte, die Transaktion stärke den Markt, sichere Wettbewerb, komme Verbrauchern zugute und helfe, Arbeitsplätze zu erhalten und zu schaffen.
Verhaltener Ausblick für 2026
Der Ausblick für das laufende Jahr wurde an der Börse kritisch aufgenommen und gilt als Hauptgrund für die Kursreaktion. Netflix stellt in Aussicht:
- Umsatz 2026: 50,7 bis 51,7 Mrd. US-Dollar (ca. 12–14 % Wachstum)
- Umsatz Q1 2026: 12,16 Mrd. US-Dollar (+15,3 % zum Vorjahr)
- operative Marge 2026: 31,5 % (nach 29,5 % in 2025)
- Free Cashflow 2026: rund 11 Mrd. US-Dollar
Auf währungsbereinigter Basis rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzplus von 11–13 % im Jahr 2026. Damit würde sich das Wachstum gegenüber den 17 % konstantem Wechselkurswachstum im Jahr 2025 spürbar abschwächen. Diese prognostizierte Verlangsamung, kombiniert mit den Unsicherheiten rund um die Warner-Bros.-Transaktion, belastet die Aktie trotz des leichten Ergebnisses über den Erwartungen.
Höhere Inhalteausgaben
Parallel dazu plant Netflix, die Investitionen in Inhalte 2026 um rund 10 % auf etwa 20 Mrd. US-Dollar zu erhöhen. Höhere Content-Kosten sollen vor allem in der ersten Jahreshälfte anfallen. Das Management erwartet daher, dass das Wachstum des operativen Ergebnisses stärker in der zweiten Jahreshälfte sichtbar wird.
Kursverlauf und Marktreaktion
Die Aktie gab am Tag nach den Zahlen um 2,2 % nach und schloss bei 85,36 US-Dollar. Das Handelsvolumen lag mit 124,8 Mio. Papieren mehr als doppelt so hoch wie im Dreimonatsschnitt. Seit Oktober 2025, als erste Spekulationen über eine Warner-Bros.-Transaktion aufkamen, hat die Aktie damit rund 30 % an Wert verloren.
Im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von 133,91 US-Dollar aus dem Juni 2025 notiert das Papier aktuell etwa 37 % darunter. Im November 2025 hatte Netflix einen Aktiensplit im Verhältnis 10:1 durchgeführt.
Nächste Termine und Ausblick
Der nächste Quartalsbericht wird im April 2026 erwartet. Ebenfalls bis April soll die Abstimmung der Warner-Bros.-Discovery-Aktionäre über die geplante Transaktion stattfinden. Für den Fall einer Zustimmung veranschlagt das Management 12 bis 18 Monate für die regulatorischen Genehmigungen.
In der Telefonkonferenz bezeichnete das Unternehmen die Warner-Bros.-Übernahme als „strategischen Beschleuniger“ für die Inhaltebibliothek und die Flexibilität bei den Abo-Modellen. Gleichzeitig bleibt klar: Solange nicht feststeht, ob und zu welchen Bedingungen der Deal tatsächlich umgesetzt wird und welche Integrationskosten anfallen, dürfte diese Unsicherheit ein wichtiger Einflussfaktor für die Bewertung der Netflix-Aktie bleiben.
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