Netflix Aktie: DOJ prüft genauer
Netflix gerät bei der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery stärker unter Druck: Das US-Justizministerium (DOJ) weitet seine Prüfung offenbar über das übliche Fusionsverfahren hinaus aus. Im Kern geht es um die Frage, ob Netflix mit wettbewerbswidrigen Methoden seine Marktmacht ausbauen oder absichern könnte. Für den Deal steigt damit die regulatorische Unsicherheit.
Wichtigste Punkte in Kürze:
- DOJ soll per zivilrechtlicher Vorladungen („civil subpoenas“) Informationen zu möglichem „exclusionary conduct“ anfordern
- Netflix bietet laut Angaben eine reine Barofferte mit einem Unternehmenswert (Enterprise Value) von 82,7 Mrd. US-Dollar
- Warner-Bros.-Aktionäre sollen voraussichtlich im März über die Transaktion abstimmen
DOJ-Prüfung geht über Standard hinaus
Nach Angaben des Wall Street Journal hat das DOJ Dritte dazu aufgefordert, mögliche wettbewerbswidrige Taktiken von Netflix zu beschreiben. Das geht über eine reine Standardprüfung einer Großübernahme hinaus. Der Fokus liegt demnach auf Verhalten, das Marktmacht oder sogar monopolähnliche Strukturen „verfestigen“ könnte.
Netflix erklärte, man habe keine Kenntnis von einer Untersuchung, die über die normale Fusionsprüfung hinausgeht, und arbeite konstruktiv mit den Behörden zusammen.
Senat erhöht den politischen Druck
Vergangene Woche trat Co-CEO Ted Sarandos vor dem Kartellrechts-Unterausschuss des Justizausschusses im US-Senat auf. Laut New York Times sagte Sarandos, er habe „confidence in this case on the merits“ und erwarte eine faire Bewertung durch das DOJ.
Senator Mike Lee (Republikaner, Utah) zeigte sich dagegen skeptisch und warnte, Netflix wolle zur dominierenden Plattform werden.
Deal-Struktur und Gegenangebot
Netflix beziffert sein reines Barangebot für Warner Bros. Discovery auf einen Enterprise Value von 82,7 Mrd. US-Dollar (Equity Value: 72 Mrd. US-Dollar). Geboten werden 27,75 US-Dollar je WBD-Aktie. Strategisch würde Netflix damit unter anderem Zugriff auf die Warner-Bros.-Studios sowie HBO und HBO Max erhalten. Außerdem würden große Marken wie „Game of Thrones“, „Harry Potter“ und DC-Inhalte Teil des Pakets.
Parallel läuft ein Gegenangriff: Paramount Skydance hat ein feindliches Übernahmeangebot für alle Warner-Bros.-Discovery-Aktien vorgelegt – bewertet mit 108,4 Mrd. US-Dollar, bei 30 US-Dollar je Aktie. Der WBD-Vorstand hat dieses Angebot nach den vorliegenden Angaben mehrfach als unzureichend zurückgewiesen.
Auch politisch gab es ein Signal: Präsident Donald Trump sagte in einem NBC-Interview, er werde sich nicht in den Wettbewerb zwischen Netflix und Paramount Skydance um Warner Bros. Discovery einmischen. Das ist eine Kehrtwende zu Aussagen aus Dezember, als er den Netflix-Warner-Deal wegen möglicher Marktkonzentration noch als „problematisch“ bezeichnet hatte.
Im Mittelpunkt steht damit eine konkrete Frage: Wird die Prüfung des DOJ zur reinen Fusionskontrolle – oder entwickelt sie sich zu einer grundsätzlichen Kartell-Untersuchung gegen Netflix? Aus dem Quelltext ergibt sich: Genau diese Ausweitung scheint das DOJ derzeit zumindest zu prüfen.
Zum nächsten Fahrplan: Warner-Bros.-Discovery-Aktionäre sollen laut CNBC voraussichtlich im März abstimmen. Netflix’ nächste Ergebnisveröffentlichung wird im Quelltext auf Mitte April (voraussichtlich am 16. April) terminiert – bis dahin dürften vor allem die regulatorischen Entscheidungen in den USA und der EU sowie der Umgang mit dem Paramount-Skydance-Gegenangebot die Richtung vorgeben.
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