Netflix Aktie: Kartellprüfung
Netflix will mit der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery für 82,7 Milliarden Dollar den Streamingmarkt neu ordnen. Doch genau hier ziehen die US-Behörden die Zügel an. Das US-Justizministerium (DOJ) hat eine formelle kartellrechtliche Untersuchung gestartet – und damit steht der Deal plötzlich auf wackligerem Fundament.
Anleger reagieren entsprechend nervös. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 82,06 US-Dollar und liegt damit in den vergangenen vier Wochen rund 11% im Minus. Berichte, wonach das DOJ Wettbewerber per Vorladung befragt, erhöhen den Druck zusätzlich.
- DOJ untersucht Netflix’ geplante Warner-Übernahme (82,7 Mrd. US-Dollar)
- Aktie: 82,06 US-Dollar (Freitagsschluss), ca. -11% in einem Monat
- Mögliche „Breakup Fee“: rund 5,8 Mrd. US-Dollar
- Netflix: rund 325 Mio. Abonnenten weltweit
DOJ schaut genauer hin
Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, ob ein Zusammenschluss den Wettbewerb in der Medienlandschaft spürbar einschränken würde. Laut Berichtslage prüft das DOJ dabei auch mögliche „ausgrenzende“ Praktiken (exclusionary conduct). Sollte die Transaktion zustande kommen, würde Netflix seine rund 325 Millionen Abonnenten mit Warners großem Content-Katalog und weiteren 125 Millionen Abonnenten zusammenführen.
Kritiker argumentieren, das kombinierte Unternehmen könnte damit nahezu die Hälfte des SVOD-Markts (Abo-Streaming) kontrollieren. Netflix hält dagegen: Gemessen an der gesamten TV-Sehzeit in den USA läge der Anteil des fusionierten Konzerns bei nur etwa 10% – und der Zukauf sei nötig, um gegen Tech-Konzerne und klassisches lineares Fernsehen bestehen zu können. Rückenwind für die behördliche Aufmerksamkeit lieferte zudem eine Senatsanhörung zum Kartellrecht, die Anfang der Woche stattfand.
Konkurrenzangebot und hohe finanzielle Einsätze
Zusätzliche Brisanz bringt ein feindliches Gegenangebot: Paramount Skydance Corp soll rund 77,9 Milliarden US-Dollar für Warner Bros. Discovery geboten haben. Paramount drängt demnach auf eine schnelle regulatorische Prüfung des eigenen Vorschlags – mit dem Ziel, Warner-Aktionäre von einem Deal zu überzeugen, der aus Sicht des Bieters weniger kartellrechtliche Hürden hätte.
Für Netflix ist der finanzielle Einsatz klar beziffert. Das Unternehmen hat sein Aktienrückkaufprogramm pausiert, um Liquidität für eine reine Bartransaktion zu sichern. Scheitert der Deal an regulatorischen Blockaden, könnte zudem eine Trennungsgebühr von geschätzt rund 5,8 Milliarden US-Dollar fällig werden.
Bewertung: Fundamentaldaten vs. Deal-Risiko
Trotz der regulatorischen Wolken wirkt das Bewertungsbild nicht eindeutig: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 32 liegt die Aktie laut Quelltext unter dem Fünfjahresschnitt. Für 2026 stellt Netflix ein Umsatzwachstum von 12% bis 14% in Aussicht. Zudem soll sich der Werbeumsatz im kommenden Jahr verdoppeln.
Kurzfristig bleibt aber die Haltung des DOJ der zentrale Kurstreiber. Dass die Aktie deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch von 134,12 US-Dollar notiert, zeigt: Der Markt preist bereits spürbare Unsicherheit ein – vor allem darüber, ob die Übernahme in dieser Form überhaupt genehmigt wird.
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