Nestlé Aktie: Kulturumbau
Nestlé zieht die Zügel bei Leistung und Vergütung deutlich an. Ein neues, fein abgestuftes Bonussystem soll Spitzenleistung stärker belohnen – und zugleich klare Konsequenzen bei schwacher Performance setzen. Doch wie viel Rückenwind kann so ein Kulturwechsel liefern, während der Konzern parallel Portfolio und Strukturen neu sortiert?
Neues Bonussystem mit „Gatekeeper“
Seit dem 25. Februar setzt Nestlé intern auf ein sechsstufiges Leistungssystem statt bislang drei Stufen. Der Spielraum bei Bonuszahlungen wird größer: Wer als „exemplary“ eingestuft wird, kann künftig bis zu 150% des Bonusziels erreichen (vorher 130%). Am anderen Ende der Skala bekommen „unsatisfactory“-Bewertungen nur noch 0 bis 50% des Zielbonus.
Zentral ist dabei die Koppelung an das „Real Internal Growth“ (RIG), also das mengenmäßige Umsatzwachstum. CEO Philipp Navratil verankert dafür einen „RIG-Gatekeeper“ im System: Ein Mindestniveau beim RIG muss erreicht werden, sonst greifen die Bonusmechaniken nicht wie vorgesehen. Hintergrund: 2025 lag das RIG bei 0,8% – und soll von dort aus steigen.
Umbauprogramm: Portfolio wird zurechtgeschnitten
Die Vergütungsreform ist Teil eines größeren Restrukturierungsplans. Seit seinem Amtsantritt im September hat Navratil einen Abbau von 16.000 Stellen angekündigt und das Portfolio auf vier Kernsegmente fokussiert: Kaffee, Tiernahrung, Ernährung sowie Food & Snacks.
Parallel arbeitet Nestlé an weiteren Verkäufen und Neuordnungen: Das verbliebene Eiscreme-Geschäft soll an Froneri gehen. Für das Wassergeschäft läuft ein formaler Partnerschaftsprozess; ab 2027 strebt Nestlé eine Entkonsolidierung an. Zudem wird Nestlé Health Science in das Kerngeschäft Nutrition integriert – die bisherige Leiterin Anna Mohl verlässt das Unternehmen zum 28. Februar 2026.
Zahlen 2025 und der Bremsklotz Rückruf
2025 kam Nestlé auf CHF 89,5 Mrd. Umsatz und 3,5% organisches Wachstum. Treiber waren vor allem Preisanpassungen (2,8%), während das reale interne Wachstum (RIG) wie erwähnt 0,8% beitrug. Die zugrunde liegende operative Handelsmarge (UTOP) lag bei 16,1%, der freie Cashflow bei CHF 9,2 Mrd.
Belastend wirkt ein Vorsorgerückruf von Säuglingsnahrung, den Nestlé im Januar 2026 eingeleitet hatte. Für 2025 verbuchte der Konzern dafür CHF 185 Mio. Kosten. Für 2026 erwartet Nestlé daraus Gegenwind: Das organische Wachstum soll um rund 20 Basispunkte gedrückt werden.
Ausblick 2026 und Blick auf die Aktie
Für 2026 stellt Nestlé 3 bis 4% organisches Wachstum in Aussicht. Das reale interne Wachstum soll gegenüber 2025 zulegen, die UTOP-Marge sich verbessern – mit mehr Momentum in der zweiten Jahreshälfte. Beim Free Cashflow peilt der Konzern weiter mehr als CHF 9 Mrd. an.
An der Börse wirkt das Gesamtbild zuletzt konstruktiv: Die Nestlé-Aktie schloss am Freitag bei 92,25 Euro und liegt damit nur rund 2,8% unter ihrem 52‑Wochen‑Hoch von 94,88 Euro. Der Kurs notiert zudem gut 10% über dem 200‑Tage‑Durchschnitt (83,49 Euro) – ein Hinweis darauf, dass Anleger den Umbau bislang eher als Stabilisator werten als als Belastung.
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