Nestlé Aktie: Boni neu
Nestlé zieht die Schrauben bei der Vergütung deutlich an. Ein überarbeitetes Performance-System soll Top-Leistungen stärker belohnen – und schwache Ergebnisse spürbar sanktionieren. Das passt zur Umbauagenda von CEO Philipp Navratil, die seit seinem Start im September 2025 an Tempo gewonnen hat.
Sechs Leistungsstufen – mit klaren Konsequenzen
Laut Reuters (25. Februar) ersetzt Nestlé die bisher drei Bewertungsstufen im Performance-Management durch sechs. Wer als „exemplary“ eingestuft wird, kann künftig bis zu 150% seines Bonusziels erhalten. Am anderen Ende der Skala steht „unsatisfactory“ – dann gibt es nur 0% bis 50% des Zielbonus.
Nestlé begründet den Schritt damit, dass sich Leistungsbewertung, Entwicklungsplanung und Feedback damit vereinfachen sollen. Bloomberg hatte die Änderung zuerst gemeldet.
Bonus nur bei ausreichendem Wachstum
Der wichtigere Hebel steckt in der Bonus-Formel selbst: Nestlé führt einen „RIG Gatekeeper“ ein. Heißt: Erst wenn ein Mindestniveau beim Real Internal Growth (RIG) erreicht wird, fließt überhaupt variable Vergütung.
Navratil hatte zudem erklärt, dass die Boni von Führungskräften in Funktionsbereichen nun an die Gesamtleistung des Konzerns gekoppelt werden. Der Hintergrund ist klar: 2025 lag das RIG nur bei 0,8% – und genau diese Kennzahl soll nach oben.
Umbauprogramm: Stellen, Portfolio, Verkäufe
Das neue Vergütungssystem reiht sich in eine Serie konkreter Maßnahmen ein. Nestlé hat unter Navratil unter anderem angekündigt, rund 16.000 Stellen zu streichen. Gleichzeitig soll das Portfolio stärker auf vier Kernbereiche fokussieren: Kaffee, Tiernahrung, Ernährung sowie Food & Snacks.
Dazu kommen Desinvestitionen: Laut CNBC (19. Februar) laufen fortgeschrittene Gespräche über den Verkauf der verbleibenden Eiscreme-Sparte an Froneri. Außerdem ist der formale Prozess zur Abspaltung der Wassermarken (u.a. Perrier, Henniez) angestoßen; die Dekonsolidierung erwartet Nestlé bis 2027.
Operativ steht die Ausgangsbasis: Für 2025 meldete Nestlé 3,5% organisches Wachstum, eine UTOP-Marge von 16,1%, Free Cashflow von CHF 9,2 Mrd. und schlug eine Dividende von CHF 3,10 je Aktie vor. Für 2026 peilt der Konzern 3% bis 4% organisches Wachstum, eine höhere UTOP-Marge und Free Cashflow über CHF 9 Mrd. an.
Der branchenweite Rückruf von Säuglingsnahrung wegen Cereulid-Kontamination belastet dabei zwar, bleibt laut Nestlé aber begrenzt: Der Gesamteffekt wird auf CHF 185 Mio. beziffert, ein Überschreiten von CHF 200 Mio. gilt als unwahrscheinlich. Beim Wachstum 2026 rechnet Nestlé mit rund 20 Basispunkten Gegenwind; zusätzliche Effekte seien unsicher und könnten das Wachstum eher ans untere Ende der Prognosespanne drücken.
An der Börse zeigt sich trotz der Umbau-Nachrichten zuletzt Rückenwind: Die Aktie steht heute bei 90,57 € (leicht im Minus), liegt aber auf 30 Tage gesehen rund 14% im Plus und nur knapp 5% unter dem 52‑Wochen-Hoch.
Zum nächsten Fixpunkt wird die Generalversammlung am 16. April 2026: Dann sollen mit Thomas Jordan und Fama Francisco zwei neue Mitglieder in den Verwaltungsrat gewählt werden – parallel zum operativen Umbau, der mit dem neuen Bonus-Regime nun auch kulturell stärker im Alltag verankert wird.
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