Nestlé Aktie: Rückrufe häufen sich
Nestlé muss gleich mehrere operative Baustellen gleichzeitig managen. Im Zentrum steht die Absicherung der Babynahrungsversorgung nach einem branchenweiten Großrückruf – dafür laufen fünf Werke in Europa nun im 24-Stunden-Betrieb. Parallel belastet ein weiterer Produktrückruf in der Region Asien-Pazifik die Nachrichtenlage – kurz bevor am Donnerstag die Jahreszahlen folgen.
Die entscheidende Frage für Anleger: Wie gut bekommt der Konzern Lieferkette, Qualitätssicherung und Kommunikation in dieser Phase zusammen?
- Fünf Babynahrungsfabriken in Europa arbeiten rund um die Uhr
- Branchenweiter Rückruf in über 60 Ländern wegen Cereulide-Toxin, Ursache: Drittanbieter-Zulieferer (ARA-Öl)
- Neuer Rückruf: Milo Snack Bars in Australien und Singapur (mögliche Fremdkörper)
- Nächster Termin: Jahresergebnisse 2025 am Donnerstag
Babynahrung: 24-Stunden-Betrieb als Antwort
Der Konzern hat bestätigt, dass fünf Babynahrungsfabriken in Frankreich, Spanien, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt wurden. Hintergrund ist ein branchenweiter Rückruf von Säuglingsnahrung, der als der größte in der Geschichte des Sektors beschrieben wird.
Betroffen sind Produkte von mindestens fünf Herstellern in mehr als 60 Ländern. Auslöser war eine Kontamination mit dem Cereulide-Toxin. Dieses kann nach Angaben im Umfeld des Rückrufs unter anderem Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe auslösen. Als Quelle der Kontamination gilt ein gemeinsamer Drittanbieter-Zulieferer, der Arachidonsäure-Öl (ARA) geliefert hatte – ein zentraler Nährstoffbestandteil in Säuglingsnahrung.
Zusätzlichen Rahmen setzt die Regulierung: Die EFSA führte am 2. Februar neue Leitlinien ein, darunter ein Aktionslimit für Cereulide in Säuglingsnahrung. Nestlé verweist darauf, intern bereits einen strengeren Grenzwert anzuwenden.
Zweiter Rückruf: Milo Snack Bars in Asien-Pazifik
Am Samstag meldete Nestlé zudem einen weiteren Rückruf. In Australien und Singapur werden Milo Snack Bars zurückgerufen, weil eine mögliche Kontamination durch schwarze Gummistücke nicht ausgeschlossen werden kann. Betroffen sind sowohl die Original- als auch die „Dipped“-Variante mit einem Haltbarkeitsdatum Ende August 2026.
Jahreszahlen am Donnerstag: Strategie und Umbau im Blick
Am Donnerstag legt Nestlé die Jahresergebnisse für 2025 vor. Im Vorfeld richtet sich der Blick auch auf die strategische Neuausrichtung unter dem neuen CEO. Erwartet werden Aussagen zu einer stärkeren Fokussierung auf vier Produktkategorien: Kaffee, Tiernahrung, Ernährung und Lebensmittel.
Flankierend laufen weitere Initiativen: Laut Medienberichten prüft Nestlé den Verkauf einer Beteiligung am Wassergeschäft, das auf rund 5 Milliarden Euro bewertet wird. Bereits im Oktober 2025 hatte der Konzern außerdem den Abbau von über 16.000 Stellen angekündigt.
Am Donnerstag dürften damit neben den Zahlen vor allem zwei Punkte im Mittelpunkt stehen: wie Nestlé die operativen Folgen der Rückrufe abfedert – und wie konkret die geplante Fokussierung auf die vier Kernkategorien untermauert wird.
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