Nestlé fährt bei Säuglingsnahrung die Produktion hoch – und zwar im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Der Konzern will damit Lieferengpässe nach dem globalen Rückruf verhindern. Gleichzeitig rücken die Jahreszahlen am kommenden Donnerstag in den Mittelpunkt: Wie teuer wird die Affäre am Ende wirklich?

Die wichtigsten Punkte
- Fünf Werke in Europa laufen im 24-Stunden-Betrieb, Schwerpunkt: Säuglingsnahrung für Kinder unter einem Jahr
- Der Rückruf wurde Anfang Februar ausgeweitet, nachdem Frankreich Grenzwerte für Cereulid gesenkt hatte
- Nestlé spricht von <0,5% Umsatzanteil der betroffenen Produkte, Analysten kalkulieren dennoch mit hohen Belastungen
- Am kommenden Donnerstag (19. Februar) legt Nestlé die FY2025-Zahlen vor

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Produktion auf Hochtouren – in fünf Ländern

Nach dem Rückruf reagiert Nestlé operativ mit Tempo. Laut Bloomberg produzieren fünf Werke in Frankreich, Spanien, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden im 24-Stunden-Betrieb. Ziel ist es, die Versorgung trotz Rückruf stabil zu halten.

Wie früh der Konzern umgestellt hat, zeigt ein Detail aus Unterlagen: Bereits am 6. Januar – einen Tag nach Beginn des globalen Rückrufs – beantragte Nestlé bei Schweizer Behörden die Genehmigung für Nacht- und Feiertagsarbeit im Werk Konolfingen.

Rückruf ausgeweitet – Streitpunkt Kosten

Am 4. Februar weitete Nestlé den Rückruf auf weitere Chargen der Marke Guigoz aus. Auslöser waren gesenkte Grenzwerte in Frankreich für das Toxin Cereulid. Nestlé betont, die betroffenen Produkte machten weniger als 0,5% des Gesamtumsatzes aus.

Am Markt steht trotzdem die Kostenfrage im Raum. Jefferies schätzt mögliche Verluste auf rund 1,3 Milliarden CHF, Barclays auf etwa 1 Milliarde CHF. Damit dürfte das Thema auch bei den Zahlen am Donnerstag eine zentrale Rolle spielen.

Jahreszahlen am Donnerstag: Diese Themen zählen

Parallel zur operativen Bewältigung treibt CEO Philipp Navratil die strategische Neuausrichtung voran. Künftig setzt Nestlé laut Vorgaben stärker auf vier Kernbereiche: Kaffee (unter anderem Cold Brew), Tiernahrung, Ernährung und Gesundheit (inklusive Produkte für GLP-1-Nutzer) sowie Lebensmittel und Snacks. Einsparungen aus der Effizienzoffensive sollen in Produktentwicklung und Marketing fließen, um das Absatzvolumen zu steigern.

Am kommenden Donnerstag erwarten Investoren vor allem Klarheit zu:
- den finanziellen Folgen des Säuglingsnahrung-Rückrufs
- dem Status eines möglichen Teilverkaufs der Wassersparte
- Fortschritten bei der Preisoptimierung in Kaffee und Süßwaren
- konkreten Maßnahmen für 18 identifizierte unterperformende Bereiche

Zuletzt zeigte sich die Aktie erholt: Nach einem schwachen Jahresstart bei rund 73 CHF lag sie gestern bei 79,34 CHF – ein Plus von über acht Prozent seit Ende Januar. Am Donnerstag dürfte sich entscheiden, ob Nestlé den Rückruf finanziell eng begrenzt darstellen kann – oder ob die Belastungen näher an den Analystenschätzungen liegen.

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