Die niederländische Nebius Group, ein auf KI-Cloud-Infrastruktur spezialisiertes Unternehmen, präsentierte am 12. Februar 2026 ihre Zahlen für das vierte Quartal 2025 – und kündigte zeitgleich eines der größten KI-Rechenzentren Europas an. Die Reaktion der Anleger fiel zunächst verhalten aus, denn trotz explosivem Wachstum verfehlte das Unternehmen die Analystenerwartungen.

Kernpunkte:
- Q4-Umsatz: 227,7 Millionen Dollar (+547% zum Vorjahr)
- Erstmals positives bereinigtes EBITDA von 15 Millionen Dollar
- Nettogewinn: Verlust von 249,6 Millionen Dollar
- Neues 240-Megawatt-Rechenzentrum in Frankreich angekündigt
- Jahresumsatzprognose 2026: 7 bis 9 Milliarden Dollar

Rasantes Wachstum, hohe Verluste

Der Quartalsumsatz von 227,7 Millionen Dollar bedeutet nicht nur einen Anstieg um 547 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, sondern auch ein Plus von 55 Prozent zum dritten Quartal 2025. Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust auf 249,6 Millionen Dollar aus, der bereinigte Nettoverlust lag bei 173 Millionen Dollar.

Der Grund für die roten Zahlen: Massive Investitionen in GPU-Beschaffung und Rechenzentrumsausbau. Die wiederkehrenden Jahresumsätze (ARR) erreichten 1,25 Milliarden Dollar, getragen von Großkunden wie Microsoft und Meta.

Ein wichtiger Meilenstein: Nebius erzielte erstmals ein positives bereinigtes Gruppen-EBITDA von 15 Millionen Dollar. Das deutet auf verbesserte operative Effizienz hin – trotz der enormen Expansionskosten.

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Französisches Großprojekt startet

Parallel zur Zahlenvorlage gab Nebius den Bau eines 240-Megawatt-Rechenzentrums in Béthune nahe Lille bekannt. Das Projekt nutzt das Gelände eines ehemaligen Bridgestone-Reifenwerks und soll zu den größten KI-Rechenzentren Europas zählen.

Kommunikationschef Tom Blackwell erklärte, erste Kapazitäten würden bereits im Spätsommer 2026 ans Netz gehen. Bis Jahresende soll etwa die Hälfte der Anlage betriebsbereit sein. Die Baukosten trägt das französische Unternehmen Azur, Nebius kümmert sich um die Beschaffung der Nvidia-Chips.

Nach Schätzungen der Immobilienberatung CBRE kostet die Entwicklung von KI-Rechenzentren zwischen 10 und 14 Millionen Dollar pro Megawatt. Für die 240-Megawatt-Anlage bedeutet das Gesamtinvestitionen von 2,4 bis 3,6 Milliarden Dollar.

Europa im Fokus

Mit dem französischen Standort erweitert Nebius sein europäisches Netzwerk. Das Unternehmen betreibt bereits eine 75-Megawatt-Anlage in Finnland sowie Co-Location-Standorte in London, Paris und Island. Blackwell verwies auf Frankreichs öffentliche Strategie zum Aufbau einer eigenständigen KI-Infrastruktur in Europa als Entscheidungsgrund für Béthune.

Ambitionierte Ziele für 2026

Nebius bekräftigte seine Prognose für das laufende Jahr: Der wiederkehrende Jahresumsatz soll auf 7 bis 9 Milliarden Dollar steigen, die angeschlossene Stromkapazität bis Ende 2026 auf 800 Megawatt bis ein Gigawatt klettern.

Die Aktie reagierte zunächst mit Verlusten auf die Zahlen, da der Umsatz die Konsensschätzung von 247,3 Millionen Dollar verfehlte. In den Folgetagen erholte sich der Kurs jedoch wieder. Für Nebius wird es nun darauf ankommen, die ehrgeizigen Ausbauziele umzusetzen und gleichzeitig die Verluste zu begrenzen. Das französische Mega-Projekt ist dabei ein entscheidender Baustein.

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