Nebius liefert Wachstum wie aus dem Lehrbuch – bezahlt es aber mit hohen Verlusten und einem extremen Investitionsprogramm. Genau diese Mischung hat nach den Zahlen für das vierte Quartal 2025 eine ungewöhnlich starke Kursreaktion ausgelöst, obwohl der Umsatz die Markterwartungen verfehlte. Was überzeugt Anleger trotzdem?

  • Q4-Umsatz: 227,7 Mio. US-Dollar (+547% zum Vorjahr)
  • ARR (annualisierter wiederkehrender Umsatz): 1,25 Mrd. US-Dollar (über eigener Prognose von 0,9–1,1 Mrd.)
  • Nettoverlust aus fortgeführten Aktivitäten (Q4): 249,6 Mio. US-Dollar
  • Capex 2025: 4,066 Mrd. US-Dollar (+404%)
  • Börsenwert: rund 24,8 Mrd. US-Dollar

Zahlen: Umsatz boomt, Verluste bleiben hoch

Nebius hat seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 veröffentlicht. Der Quartalsumsatz lag bei 227,7 Mio. US-Dollar, im Gesamtjahr waren es 529,8 Mio. US-Dollar – ein Plus von 479%. Gleichzeitig meldete das Unternehmen im Quartal einen Nettoverlust aus fortgeführten Aktivitäten von 249,6 Mio. US-Dollar.

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Beim Ergebnis zeigt sich aber auch eine Verbesserung im Trend: Das bereinigte EBITDA für 2025 lag bei minus 64,9 Mio. US-Dollar. Das entspricht laut Angaben einer Verbesserung um 71% gegenüber dem Vorjahr.

Entscheidend für die Stimmung am Markt war offenbar die ARR. Mit 1,25 Mrd. US-Dollar übertraf Nebius die eigene Zielspanne deutlich. Das Signal dahinter: Der laufende Geschäftszufluss wirkt stärker, als es die reine Umsatzrealisierung eines Quartals abbildet.

Infrastruktur-Offensive in Europa

Parallel zu den Zahlen hat Nebius seine Ausbaupläne unterstrichen. Bestätigt ist der Bau eines neuen Rechenzentrums in Béthune nahe Lille in Frankreich. Geplant sind 240 Megawatt Kapazität.

Das Projekt steht für einen größeren Plan: Bis Ende 2026 will das Management die gesamte Stromkapazität auf 800 MW bis 1 GW ausbauen. Der Preis dafür ist hoch. Die Investitionen (Capex) schnellten 2025 auf 4,066 Mrd. US-Dollar nach oben – getrieben vor allem durch den Kauf von GPUs und den Rechenzentrumsbau.

Zukauf Tavily – Fokus auf „Agentic Search“

Neben Hardware und Gebäuden stärkt Nebius auch die Software-Seite. Heute liegt zudem der angekündigte Deal zur Übernahme von Tavily auf dem Tisch, einem Anbieter für „agentic search“. Als Größenordnung wurden in Marktkreisen rund 275 Mio. US-Dollar genannt; ein offizieller Kaufpreis wird im Text nicht ausgewiesen.

Strategisch geht es darum, Echtzeit-Websuche in die eigene Cloud-Plattform zu integrieren – als Baustein für KI-Agenten.

Zum Wochenschluss an der NASDAQ sprang die Aktie auf 98,01 US-Dollar (+9,23%). Heute setzt sich die Bewegung in Frankfurt (YDX) fort: zuletzt rund 82,50 Euro, intraday mehr als 13% im Plus. Bewertungsseitig bleibt der Rahmen anspruchsvoll: Bei etwa 24,8 Mrd. US-Dollar Börsenwert zahlt der Markt bereits heute für die Erwartung, dass das starke Wachstum anhält.

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