Micron profitiert gleich von mehreren Rückenwinden: starke Kursdynamik, eine wichtige Klarstellung zum HBM4-Produktionsstatus und spürbar steigende Erwartungen an den Speichermarkt. Auslöser war auch die Debatte, ob Micron bei High-Bandwidth-Memory (HBM) technisch und in der Produktion rechtzeitig liefert – und genau hier legte das Management jetzt nach.

Am Mittwoch sprang die Aktie um fast 10% und schloss bei 410,34 US-Dollar. Am Donnerstag kam weitere Unterstützung, obwohl die Gesamtmärkte fielen.

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  • HBM4 laut CFO in High-Volume-Produktion
  • Ramp-up der Auslieferungen im ersten Quartal „erfolgreich“, ein Quartal früher als zunächst erwartet
  • HBM-Angebot für das Geschäftsjahr 2026 bereits ausverkauft
  • Mehrere Banken hoben zuletzt ihre Kursziele deutlich an

CFO räumt HBM4-Fragezeichen aus

Am Donnerstag wies CFO Mark Murphy Berichte zurück, die das Unternehmen als „unpräzise“ bezeichnete. Kernaussage: Microns HBM4 befinde sich bereits in der Serienfertigung mit hohen Stückzahlen. Zudem seien die Lieferungen an Kunden im ersten Quartal erfolgreich hochgefahren worden – und damit ein Quartal früher als ursprünglich erwartet.

Die Börse nahm die Einordnung dankbar auf: Am Donnerstag legte die Aktie laut Bericht um rund 11 US-Dollar zu, obwohl die breiten Indizes nachgaben. Zusätzlich unterstreicht der Hinweis, dass Micron seine HBM-Kapazitäten für das Geschäftsjahr 2026 bereits komplett verkauft hat, wie eng der Markt für KI-nahe Speicherlösungen derzeit ist.

Wall Street zieht Kursziele an – getrieben von DRAM-Preisen

Mehrere Investmentbanken erhöhten in den vergangenen Tagen ihre Kursziele:

  • Morgan Stanley: 450 USD (zuvor 350)
  • Deutsche Bank: 500 USD (zuvor 300)
  • UBS: 450 USD (zuvor 400)
  • Mizuho: 480 USD (neues Ziel)

Morgan-Stanley-Analyst Joseph Moore verwies dabei auf anziehende DRAM-Preise und Angebotsengpässe. Laut Bericht liegt das DDR5-Spotpricing seit Jahresbeginn rund 30% höher. Zudem sollen Spotpreise aktuell etwa 130% über den Januar-Vertragsniveaus liegen.

Nachfrage-Signale aus der Branche und HBM-Markt wächst

Zusätzlichen Rückenwind lieferte ein Statement von Samsung: CTO Song Jai-hyuk sagte auf der Semicon Korea 2026, die KI-getriebene Infrastruktur-Nachfrage dürfte mindestens bis 2027 stark bleiben. Samsung fährt zugleich die Massenproduktion seiner HBM4-Chips hoch – Micron konkurriert im selben Segment. Wie stark das Nachfragebild ist, zeigen auch Hinweise von Lenovo: Speicherpreise seien im vergangenen Quartal um 40% bis 50% gestiegen und könnten sich im laufenden Quartal sogar verdoppeln.

Zum größeren Bild passt die erwartete Marktausweitung: Der HBM-Markt soll laut Bericht von rund 35 Mrd. US-Dollar (2025) auf bis zu 100 Mrd. US-Dollar (2028) wachsen.

Bei den Marktanteilen liegt Micron allerdings noch hinten: Im DRAM-Gesamtmarkt kommt Micron laut TrendForce auf 25,7% (hinter SK hynix mit 33,2% und Samsung mit 32,6%). Im HBM-Segment nennt der Bericht 11% für Micron (SK hynix 53%, Samsung 35%). Die entscheidende Frage ist damit: Kann Micron den Produktionsvorsprung bei HBM4 in mehr Marktanteil übersetzen?

Zum Ausblick gehört auch der Investitionsrahmen: Micron plant langfristig hohe Ausgaben, darunter eine 100-Mrd.-US-Dollar-Zusage für eine Megafab in New York sowie Projekte in Singapur und Taiwan. Zudem kündigte das Unternehmen eine Absichtserklärung an, den P5-Fab-Standort von Powerchip in Taiwan für 1,8 Mrd. US-Dollar in bar zu übernehmen; der Abschluss wird laut Bericht bis zum zweiten Quartal 2026 erwartet.

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