Mercedes-Benz muss nach einem schwachen Jahr 2025 gleich an mehreren Stellschrauben drehen: Kosten runter, Vertrieb effizienter, Technik nach vorn. Die Zahlen liefern dafür reichlich Druck – und die Dividende fällt spürbar kleiner aus. Kann die Strategie aus Sparprogramm und Technologieoffensive die Profitabilität wieder stabilisieren?

2025 drückt auf Ergebnis und Cashflow

Unterm Strich fiel 2025 deutlich schwächer aus. Der Umsatz sank um 9,2% auf 132,2 Mrd. Euro, das Konzernergebnis nach Steuern rutschte auf 5,33 Mrd. Euro ab (−48%). Beim EBIT meldete der Konzern einen Rückgang um 57% auf 5,8 Mrd. Euro; bereinigt lag das EBIT bei 8,2 Mrd. Euro (−40%).

Als Hauptgründe nennt Mercedes-Benz Zollbelastungen, harten Wettbewerb in China und Währungsgegenwind. Laut CNBC summierten sich die Zollkosten auf rund 1,2 Mrd. US-Dollar. Immerhin: Kostensenkungen von rund 3,6 Mrd. Euro federten den Einbruch teilweise ab. In der Pkw-Sparte lag die bereinigte operative Marge bei 5,0% und damit leicht über den Erwartungen – ein kleiner Stabilitätsanker in einem schwierigen Umfeld.

Gleichzeitig bleibt der Blick auf den freien Cashflow wichtig. Der freie Mittelzufluss im Industriegeschäft fiel bereits im Vorjahr von 9,2 auf 5,4 Mrd. Euro und soll 2026 laut Unternehmen leicht weiter nachgeben.

Dividende runter, Sparprogramm rauf

Für die Hauptversammlung am 16. April 2026 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat 3,50 Euro Dividende je Aktie vor – nach 4,30 Euro im Vorjahr. Das passt ins Bild: Liquidität und Investitionen müssen in der Umbauphase sauber austariert werden.

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Operativ setzt Mercedes-Benz auf ein großes Sparprogramm. Die Kosten sollen im laufenden Jahr um über 3,5 Mrd. Euro sinken. Ein Punkt, der 2026 helfen soll: Hohe Einmalkosten aus dem Jobabbau fallen weg, zudem sollen erste Maßnahmen greifen. Entsprechend erwartet der Konzern, dass das EBIT im neuen Jahr wieder „deutlich ansteigen“ kann.

Vertrieb und Tech: Konsolidierung plus KI-Schub

Der Umbau zeigt sich auch im Vertriebsnetz. Mercedes-Benz schließt die Niederlassung in Hilden nach fast 60 Jahren. Für die 18 Beschäftigten soll es laut Berichten keine betriebsbedingten Kündigungen geben, ein Großteil soll nach Düsseldorf wechseln. Das ist Teil einer größeren Linie: Der Konzern prüft seit Längerem die Rentabilität eigener Autohäuser und plant, diese an private Investoren zu verkaufen.

Parallel zieht Mercedes-Benz technologisch an. Neu ist die direkte Beteiligung an Wayve, einem Startup für eine hardwareunabhängige Autonomie-Plattform auf Basis von End-to-End-KI. Zusätzlich soll ein gemeinsam mit Momenta entwickeltes Fahrassistenzsystem in neun Modellen in China integriert werden, darunter der elektrische GLC SUV und die S-Klasse Limousine.

Ausblick 2026: Rückkauf läuft, Marge bleibt eng

Auch Kapitalmaßnahmen bleiben ein Thema: Seit November 2025 läuft ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2 Mrd. Euro (bis zu 12 Monate). Bis Ende 2025 wurden rund 300 Mio. Euro umgesetzt – damit sind für 2026 noch bis zu 1,7 Mrd. Euro übrig.

Für 2026 peilt Mercedes-Benz beim Umsatz Vorjahresniveau an. Im Pkw-Geschäft stellt das Management jedoch nur 3 bis 5% bereinigte Marge in Aussicht. Um die Profitabilität zu stützen, soll die globale Produktionskapazität um mehr als 10% auf 2,2 Mio. Einheiten sinken. Zweistellige Margen will CEO Ola Källenius erst ab 2027 wieder anpeilen.

Am Markt spiegelt sich diese Zwischenphase in einer eher zähen Kurslage: Die Aktie ging am Freitag bei 58,80 Euro aus dem Handel (−0,39%) und liegt damit knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Der vollständige Geschäftsbericht für 2025 folgt am 4. März 2026, die Q1-Zahlen am 29. April 2026 – dort wird sich zeigen, wie belastbar der enge Margenkorridor für 2026 tatsächlich bleibt.

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