BayWa macht bei der Sanierung einen wichtigen Haken: Der Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra ist abgeschlossen. Entscheidend ist dabei weniger der Kaufpreis selbst als die Bilanzwirkung. Denn über die Entkonsolidierung und die Schuldentilgung sinken die Bankverbindlichkeiten deutlich.

Cefetra-Verkauf entlastet die Bilanz spürbar

Für Cefetra fließen 125 Mio. Euro. BayWa will den Erlös nach eigenen Angaben hauptsächlich zur Rückzahlung von Schulden einsetzen. In Kombination mit der Entkonsolidierung aus der Konzernbilanz sollen sich die Bankverbindlichkeiten dadurch um mehr als 600 Mio. Euro reduzieren.

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Damit ist der Effekt laut Unternehmen um ein Vielfaches größer als der reine Verkaufspreis. Für die Sanierung ist genau dieser „Hebel“ zentral: weniger Verschuldung, ohne dass dafür ein entsprechend hoher Cash-Zufluss nötig wäre.

Schuldenabbau seit 2025: rund 1,3 Milliarden Euro

Mit Cefetra und den bereits 2025 vollzogenen Verkäufen (RWA, WHG und EDL) summiert sich der Abbau der Bankverbindlichkeiten auf rund 1,3 Mrd. Euro. Das ist Fortschritt – aber im Verhältnis zum Gesamtziel bleibt der Weg lang: Bis 2028 sollen insgesamt 4 Mrd. Euro entschuldet werden.

Parallel setzt BayWa im Restrukturierungsrahmen auf ein Finanzierungskonzept ohne Forderungsverzichte der Finanzgläubiger und ohne Kapitalherabsetzung auf Aktionärsseite. Im Kern geht es um Laufzeitverlängerungen der Finanzierungen.

Größter Hebel bleibt BayWa r.e. – und ist unsicher

Der entscheidende Baustein der Sanierung ist weiterhin der geplante Verkauf der Energietochter BayWa r.e. Medienberichten zufolge sollten darüber eigentlich rund 2 Mrd. Euro zum Schuldenabbau kommen – ein wesentlicher Beitrag zu den noch fehlenden rund 2,7 Mrd. Euro.

Doch genau hier liegt das Risiko: Das Geschäft von BayWa r.e. sei eingebrochen, seit die USA und auch Europa weniger auf erneuerbare Energien setzen. BayWa hatte Anfang Februar zudem gewarnt, dass das Sanierungskonzept möglicherweise überarbeitet werden müsse und man vorsorglich mit Banken und Eigentümern über Konsequenzen spreche. Kann der Konzern unter diesen Bedingungen die für die Sanierung eingeplanten Erlöse aus dem Verkauf überhaupt erreichen? Aus dem Quelltext ergibt sich: Das ist derzeit fraglich, und davon hängt der weitere Pfad bis 2028 maßgeblich ab.

Der operative Umbau läuft derweil weiter: Bis 2027 sollen rund 1.300 Stellen wegfallen, in der zentralen Verwaltung etwa 40% der Arbeitsplätze. Außerdem will BayWa 26 von mehr als 400 weltweiten Niederlassungen schließen.

Zum 31. Juli 2026 ist zudem ein Wechsel an der Spitze angekündigt: Vorstandsvorsitzender Dr. Frank Hiller scheidet im beiderseitigen Einvernehmen aus dem Unternehmen aus.

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