Mercedes-Benz Aktie: Flucht nach vorn
Der Stuttgarter Autobauer investiert massiv in künstliche Intelligenz, während das operative Kerngeschäft unter historischem Druck steht. Die Beteiligung am KI-Startup Wayve soll die technologische Zukunft sichern, doch die jüngsten Bilanzzahlen und die Strukturkrise im Heimatmarkt Baden-Württemberg lasten schwer auf dem Kurs. Kann die Strategie die schwachen Margen kompensieren?
Milliardenwette auf die KI-Zukunft
Mercedes-Benz hat sich am heutigen Mittwoch als strategischer Investor an einer Finanzierungsrunde über 1,2 Milliarden US-Dollar für das britische Startup Wayve beteiligt. Gemeinsam mit Tech-Schwergewichten wie Nvidia und SoftBank sowie den Konkurrenten Nissan und Stellantis setzt der Konzern auf eine spezielle „End-to-End“-KI für autonomes Fahren.
Für Mercedes ist dieser Schritt essenziell. Die Technologie von Wayve kommt im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern ohne hochauflösende Karten aus und soll die Entwicklung eigener Level-3- und Level-4-Systeme beschleunigen. Es ist der Versuch, den Anschluss an Tesla und Waymo durch externe Expertise zu sichern, während die eigene Software-Entwicklung in der Vergangenheit oft holperte.
Harte Landung in der Realität
Diese Zukunftsmusik trifft jedoch auf eine ernüchternde Gegenwart. Erst vor knapp zwei Wochen musste Mercedes-Benz für das Geschäftsjahr 2025 einen Gewinneinbruch von fast 50 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro verkünden. Die bereinigte Umsatzrendite im PKW-Geschäft schmolz auf 5,0 Prozent zusammen – ein Wert, der weit vom eigenen Premium-Anspruch entfernt ist.
Die Börse hat diese Entwicklung bereits eingepreist: Mit einem aktuellen Kurs von 58,85 Euro notiert die Aktie rund 25 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Auch seit Jahresbeginn steht ein Minus von über 4,5 Prozent zu Buche. Der Kapitalmarkt bewertet den Konzern derzeit eher als Sanierungsfall denn als Technologieführer.
Heimatmarkt im Krisenmodus
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Erschwerend kommt das toxische makroökonomische Umfeld hinzu. Baden-Württemberg, das Herz der deutschen Autoindustrie, steckt in einer tiefen Strukturkrise. Die Zahl der Insolvenzen in der Region ist auf den höchsten Stand seit 2010 geklettert, während allein in der dortigen Autobranche der Abbau von 14.000 Stellen droht.
Dass die Gewerbesteuereinnahmen in Stuttgart drastisch gesunken sind, liegt nicht zuletzt an den geringeren Zahlungen von Mercedes-Benz. Der Konzern kämpft an zwei Fronten: Globaler Preiskampf, insbesondere in China, und lokale Standortschwäche.
Spagat zwischen Investition und Sparzwang
Die Strategie von CEO Ola Källenius gleicht einem Drahtseilakt. Einerseits läuft ein Aktienrückkaufprogramm, von dem noch bis zu 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2026 ausstehen. Andererseits muss der Konzern die angekündigte Produktoffensive mit über 40 neuen Modellen bis 2027 finanzieren, um die Absatzschwäche zu stoppen.
Der Ausblick bleibt dabei vorsichtig. Für 2026 stellt das Management lediglich eine Umsatzrendite von 3 bis 5 Prozent in Aussicht. Die Investition in Wayve zeigt zwar, dass Mercedes trotz Sparzwang bereit ist, Geld für strategische Weichenstellungen in die Hand zu nehmen, kurzfristig dürfte dies jedoch die Profitabilität kaum verbessern.
Für Anleger bleibt die Situation eine Geduldsprobe. Die technologische Aufholjagd durch Zukäufe ist notwendig, doch solange die Margen im operativen Geschäft auf diesem niedrigen Niveau verharren, fehlt der Aktie der fundamentale Treiber für eine nachhaltige Erholung.
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