Mercedes-Benz Aktie: Rückzug mit Signalwirkung
Der Traum vom raschen Durchbruch beim hochautomatisierten Fahren erhält einen Dämpfer, der die gesamte Automobilbranche erfasst. Nachdem der Stuttgarter Autobauer bereits das Ende seines prestigeträchtigen Level-3-Systems verkündet hatte, folgt nun der ewige Rivale BMW diesem Beispiel. Für Anleger deutet dieser Schritt auf einen fundamentalen Strategiewechsel hin: Weg von kostenintensiven Prestige-Projekten, hin zu pragmatischer Profitabilität.
Teure Innovation ohne Markt
Lange galt der „Drive Pilot“ als technologisches Aushängeschild von Mercedes-Benz. Das System ermöglichte es Fahrern unter bestimmten Bedingungen, die Hände vom Steuer und den Blick von der Straße zu nehmen. Doch die Realität holte die Vision ein: Hohe Produktionskosten, eine geringe Kundennachfrage und regulatorische Einschränkungen auf wenige Autobahnabschnitte machten das Projekt unwirtschaftlich.
Die Entscheidung, das System aus dem S-Klasse-Facelift zu streichen, wird nun durch den Wettbewerb validiert. Dass BMW sein vergleichbares System „Personal Pilot L3“ ebenfalls einstellt, zeigt, dass Mercedes-Benz hier keinen Alleingang wagt, sondern einen Branchentrend antizipiert. Stattdessen konzentrieren sich die Stuttgarter auf sogenannte Level-2++-Lösungen. In Zusammenarbeit mit Nvidia entsteht das System „MB.Drive Assist Pro“, das zwar die Aufmerksamkeit des Fahrers erfordert, dafür aber einen deutlich breiteren Einsatzbereich von Tür zu Tür abdeckt.
Aktienrückkauf als Kursstütze
Während technologisch der Rotstift regiert, fließt kapitalmarkseitig weiterhin Geld an die Anteilseigner zurück. Mercedes-Benz treibt sein Aktienrückkaufprogramm konsequent voran. Seit dem Start im November 2025 hat der Konzern über 10,7 Millionen eigene Aktien erworben. Allein in der vergangenen Woche kaufte das Unternehmen Papiere zu Durchschnittskursen um die 58 bis 59 Euro zurück.
Diese Maßnahme dient auch der Kurspflege in einem schwierigen Umfeld. Mit einem aktuellen Kurs von 59,04 Euro (Schlusskurs Dienstag) und einem Minus von 4,23 Prozent seit Jahresanfang spiegelt die Aktie die operative Skepsis des Marktes wider. Das schwierige Geschäftsjahr 2025, in dem sich der Gewinn je Aktie auf 5,34 Euro fast halbierte, wirkt noch immer nach.
Hoffnungsträger Indien
Neben Kostensenkungen durch den Technologie-Verzicht richtet sich der Blick auf neue Absatzmärkte. Das frisch finalisierte Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien könnte für den Premiumhersteller neue Türen öffnen. Die deutliche Senkung der Einfuhrzölle für europäische Pkw von bis zu 110 Prozent auf zunächst 40 Prozent verbessert die Wettbewerbsposition auf dem drittgrößten Automarkt der Welt erheblich. Besonders für margenstarke, importierte Modelle der Marken AMG und Maybach ergeben sich hierdurch Wachstumschancen jenseits der gesättigten westlichen Märkte.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie schnell diese strategischen Anpassungen greifen. Am 4. März 2026 veröffentlicht Mercedes-Benz den vollständigen Geschäftsbericht für 2025. Anleger werden hier genau prüfen, ob die Prognose einer bereinigten EBIT-Marge von 3 bis 5 Prozent für 2026 Bestand hat und wie das Management den Spagat zwischen Sparmaßnahmen und notwendiger Innovation meistern will.
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