Intel sucht im KI-Chipmarkt neue Verbündete – und setzt dabei ausgerechnet auf ein Start-up, das zuletzt sogar als Übernahmeziel gehandelt wurde. Die mehrjährige Technik-Partnerschaft mit SambaNova Systems ist mehr als ein PR-Signal: Sie soll Intel im Rechenzentrumsgeschäft wieder näher an die großen KI-Budgets bringen. Doch wie stark kann so ein Schulterschluss Nvidias Vormachtstellung tatsächlich ankratzen?

Kooperation und Kapital: Das steckt hinter dem Deal

Kern der Vereinbarung: SambaNova will in den kommenden Jahren Intel-Serverprozessoren und Intel-Grafikkarten einsetzen. Gleichzeitig wollen beide Unternehmen Vertrieb und Marketing gemeinsam vorantreiben. Der Fokus liegt auf „heterogener“ KI-Rechenzentrumsinfrastruktur – also Systemen, die verschiedene Prozessortypen kombinieren, statt sich komplett an einen einzigen Anbieter zu binden.

Zusätzlich beteiligt sich Intel an SambaNovas Series‑E‑Finanzierungsrunde über 350 Millionen US-Dollar. Wie viel Intel selbst beisteuert, wurde nicht genannt. Mit an Bord sind laut BusinessWire unter anderem Vista Equity Partners, Battery Ventures sowie Accounts, die von T. Rowe Price Associates beraten werden. Unterm Strich zeigt das: Intel will nicht nur Technologie liefern, sondern auch mitinvestieren, um sich strategischen Zugang zu sichern.

Brisant ist der Timing-Aspekt: Bloomberg hatte im Januar berichtet, Intel habe zuvor eine Übernahme von SambaNova für 1,6 Milliarden US-Dollar ausgelotet – die Gespräche seien aber gescheitert. Beide Seiten wollten das laut CNBC nicht kommentieren.

SambaNovas SN50: Angriff auf das GPU-Tempo

Parallel zur Partnerschaft stellt SambaNova seinen neuen SN50‑Chip vor. CEO Rodrigo Liang sagt gegenüber CNBC, der Prozessor biete mehr Leistung als die GPUs in Nvidias B200‑Systemen und liefere zudem mehr Rechenpower fürs gleiche Geld. Außerdem sollen sich bis zu 256 dieser Prozessoren zusammenschalten lassen – ein wichtiger Punkt für große KI-Cluster.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Intel?

Ein konkreter Referenzkunde soll dem Ganzen Gewicht geben: SoftBank wird laut SambaNova der erste Kunde sein, der den SN50 in KI-Rechenzentren der nächsten Generation in Japan einsetzt. Das ist zwar noch kein Massenbeweis, aber ein klarer kommerzieller Anker für die Roadmap.

Governance-Frage: Tan in Doppelrolle

Der Deal lenkt auch den Blick auf die Unternehmensführung. Intel‑CEO Lip‑Bu Tan ist seit 2017 Chairman von SambaNova und war über Walden International, seine Venture-Firma, früher Investor. Intel betont, Tan habe sich bei den Gesprächen zur Kooperation herausgehalten; die Verhandlungen seien von Executive Vice President Kevork Kechichian geführt worden.

Damit ist der mögliche Interessenkonflikt zumindest adressiert – und genau solche Transparenz ist bei strategischen Partnerschaften dieser Größenordnung entscheidend.

Am Markt kam die Nachricht freundlich an: Die Aktie liegt heute bei 37,83 Euro (+2,16%). Nächster fixer Termin für neue harte Zahlen ist der 23. April 2026, wenn Intel den nächsten Quartalsbericht vorlegt.

Anzeige

Intel-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Intel-Analyse vom 24. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Intel-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Intel-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Intel: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...