Rekordzahlen sind das eine – der Blick nach vorn das andere. Genau diese Mischung sorgt bei Hensoldt nach den Jahreszahlen 2025 für Zurückhaltung am Markt. Warum reicht ein operatives Rekordjahr nicht aus, um den Kurs zu stützen?

Rekorde im Kerngeschäft

2025 lieferte der Rüstungselektronik-Konzern kräftiges Wachstum. Der Auftragseingang sprang um 62% auf 4,71 Mrd. Euro. Damit wuchs auch der Auftragsbestand deutlich: plus 33% auf 8,8 Mrd. Euro. Das ist die Art von Visibilität, die Investoren grundsätzlich mögen.

Auch beim Umsatz ging es voran. Hensoldt steigerte die Erlöse um knapp 10% auf 2,46 Mrd. Euro. Operativ blieb das Geschäft profitabel: Das bereinigte EBITDA lag bei 452 Mio. Euro, die Marge bei 18,4%. Dazu kommt ein Free Cashflow von 347 Mio. Euro. Für 2026 sind angesichts der hohen Auslastung rund 1.600 Neueinstellungen geplant.

Markt reagiert kühl – Kurs unter dem Trend

Trotz dieser Bestmarken gab die Aktie nach der Zahlenvorlage nach. Entscheidend war weniger der Rückspiegel als der Ausblick: Der wurde am Markt zwar nicht als schlecht, aber als zu vorsichtig wahrgenommen – und damit nicht als neuer Kurstreiber.

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Heute notiert der Titel bei 75,45 Euro und damit 1,11% unter dem gestrigen Schlusskurs (76,30 Euro). Über sieben Tage steht ein Minus von 10,07% zu Buche, auf 30 Tage sind es -13,03%. Auffällig: Der Kurs liegt rund 9% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (82,99 Euro) und knapp 15% unter dem 200-Tage-Durchschnitt (88,57 Euro) – ein klares Zeichen, dass der kurzfristige Schwung zuletzt gekippt ist.

Lieferketten als Strategiethema

Parallel zu den Zahlen setzt Hensoldt strategisch Akzente bei der Liefersicherheit. Gemeinsam mit nordamerikanischen Partnern arbeitet der Konzern am Aufbau einer westlichen Lieferkette für Antimon – ein kritisches Material für die Endfertigung von Infrarotsensoren. Zudem verweist das Umfeld am Bodensee auf einen Investitionsschub in der Branche: In der Region bauen mehrere Rüstungsunternehmen Kapazitäten und Jobs aus.

Unterm Strich bleibt damit ein Spannungsfeld: starke Auftragsdynamik und solide Profitabilität auf der einen Seite, ein Ausblick ohne frische Euphorie auf der anderen. Nach dem deutlichen Rückgang der vergangenen Wochen muss die Aktie vor allem wieder Vertrauen in die nächste Wachstumsstufe aufbauen – die Zahlen 2025 allein haben dafür diesmal nicht gereicht.

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