Hensoldt Aktie: Ungeahnte Schwierigkeiten?
Hensoldt meldet Rekorde bei den Bestellungen, doch die Aktie verliert deutlich an Boden. Anleger straften den Rüstungselektronik-Spezialisten nach Vorlage der vorläufigen Zahlen mit einem Kursverlust von über 7 Prozent ab. Der Grund liegt in der Diskrepanz zwischen langfristigem Potenzial und kurzfristiger Ertragskraft: Während die Bücher voller denn je sind, verfehlten Marge und Dividende die hohen Erwartungen des Marktes.
Schatten auf der Bilanz
Obwohl das Unternehmen operativ wächst, reagierte die Börse empfindlich auf die Details des Geschäftsberichts. Die Aktie notiert aktuell bei 74,55 Euro und hat sich damit weit vom 52-Wochen-Hoch bei über 115 Euro entfernt. Analysten wiesen darauf hin, dass der Mittelpunkt der operativen Gewinnzielspanne unter dem Marktkonsens lag. Auch der Dividendenvorschlag von 0,55 Euro je Aktie – obwohl eine Steigerung um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr – enttäuschte Investoren, die mit einer deutlicheren Anhebung gerechnet hatten.
Rekordjagd im Auftragsbuch
Fundamental zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Der Auftragseingang wuchs um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro. Das sogenannte Book-to-Bill-Verhältnis liegt bei 1,9x, was bedeutet, dass Hensoldt fast doppelt so viele Aufträge einsammelt, wie aktuell abgearbeitet werden. Der Umsatz kletterte um knapp zehn Prozent auf 2,46 Milliarden Euro, blieb damit aber leicht hinter den prognostizierten 2,50 Milliarden Euro zurück. Das bereinigte EBITDA legte auf 452 Millionen Euro zu.
Ausblick und Strategie 2026
Für das laufende Jahr peilt das Management einen Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro an. Die bereinigte EBITDA-Marge soll sich leicht auf 18,5 bis 19 Prozent verbessern. Um diesen Wachstumspfad zu sichern, setzte der Aufsichtsrat auf Kontinuität und verlängerte den Vertrag von CEO Oliver Dörre vorzeitig bis Ende 2031. Flankiert wird dies durch neue strategische Partnerschaften, etwa mit Schwarz Digits im Bereich Cloud-Sicherheit sowie Kooperationen für autonome Plattformen.
Die Expertenmeinungen gehen indes auseinander. Während Warburg Research mit einem Kursziel von 91 Euro das Potenzial des hohen Auftragsbestands betont, senkte mwb research das Ziel auf 57 Euro. Kritiker bemängeln, dass das Wachstum stark an traditionellen Landplattformen hängt und das kurzfristige Aufwärtspotenzial begrenzt erscheint.
Die Zahlen im Überblick
| Kennzahl | 2025 (Ist) | 2026 (Prognose) |
|---|---|---|
| Umsatz | 2.455 Mio. € | ~2.750 Mio. € |
| Bereinigtes EBITDA | 452 Mio. € | – |
| Marge (ber. EBITDA) | 18,4 % | 18,5 % – 19,0 % |
| Auftragseingang | 4.710 Mio. € | – |
| Book-to-Bill | 1,9x | 1,5x – 2,0x |
| Dividende | 0,55 € (Vorschlag) | – |
Fazit
Hensoldt befindet sich in einer klassischen Übergangsphase: Die massiven Auftragsbücher garantieren Arbeit auf Jahre, doch die Umwandlung in profitablen Umsatz muss effizienter gelingen, um die hohen Bewertungsniveaus zu rechtfertigen. Die Lücke zwischen Auftragseingang und tatsächlich abrechenbarem Umsatz bleibt damit die entscheidende Kennzahl, an der sich die weitere Kursentwicklung messen lassen muss.
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