Gleich drei Entwicklungen prägen das Bild rund um Glencore: Ein Arbeitskonflikt in einer strategisch wichtigen australischen Kupferanlage, neue Signale in Richtung einer möglichen Megafusion mit Rio Tinto — und ein Jahresbericht, der trotz rückläufiger Gewinne die Ausschüttungspolitik verteidigt. Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Hoch bei 6,09 Euro und hat sich seit dem Kurstief im April 2025 mehr als verdoppelt.

Streik in Townsville: Gewerkschaft fordert fairen Anteil

Arbeiter an Glencores Kupferraffinerie im australischen Townsville haben nach fast einem Jahr gescheiterter Lohnverhandlungen die Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft AWU wirft dem Konzern vor, kein angemessenes Angebot vorgelegt zu haben — einzelne Beschäftigte verdienten bis zu 15 Prozent weniger als Mitarbeiter vergleichbarer Anlagen in der Region. Der Ausstand dauerte vier Stunden, bevor der Betrieb wieder aufgenommen wurde.

Der Konflikt hat eine politische Dimension. Die australische Regierung hatte der Anlage zuletzt ein Hilfspaket von 600 Millionen australischen Dollar über drei Jahre gewährt, um die heimische Versorgung mit kritischen Mineralien zu sichern. Die Gewerkschaft verlangt, dass Arbeiter an diesen staatlichen Mitteln teilhaben. Glencore entgegnet, die Raffinerie schreibe trotz der Förderung weiterhin Verluste — und wirft der AWU vor, konstruktive Verhandlungsfortschritte durch politische Manöver zu gefährden. Die Raffinerie produziert bis zu 300.000 Tonnen Kupferkathode pro Jahr, was ihrer Bedeutung für die globale Versorgung entspricht.

Rio-Tinto-Fusion: Bewertungsrelation verschiebt sich

Parallel dazu hält CEO Gary Nagle die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der gescheiterten Fusion mit Rio Tinto aufrecht. Die Verhandlungen über einen Zusammenschluss, der einen Konzern im Wert von rund 240 Milliarden Dollar geschaffen hätte, waren im Februar 2026 an Bewertungsfragen gescheitert.

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Seither hat sich die Ausgangslage verändert. Glencores Aktie stieg seit dem 7. Januar um 26 Prozent, Rio Tinto nur um 9 Prozent. Damit repräsentiert Glencore nun rund 35 Prozent des kombinierten Marktwerts — zu Beginn der Gespräche waren es 31,5 Prozent, angestrebt hatte Glencore 40 Prozent. Nagle sieht den entscheidenden Moment am Ende des Sommers 2026: Sollten die Eisenerzpreise angesichts eines Überangebots weiter nachgeben, könnte der Druck der Rio-Tinto-Aktionäre für einen Deal wachsen. Britische Börsenregeln verbieten Rio Tinto ohnehin, die Gespräche vor Ablauf einer sechsmonatigen Frist nach dem Scheitern im Februar wieder aufzunehmen.

Australischer Widerstand bleibt ein reales Hindernis. Mehr als die Hälfte der Gewinne des dual-gelisteten Rio-Tinto-Konzerns stammt aus australischen Vermögenswerten. Ein Deal würde die Zustimmung von 50 Prozent der ASX-Aktionäre sowie 75 Prozent der abgegebenen Stimmen erfordern.

Jahresbericht: Ausschüttung trotz EBITDA-Rückgang

Am 10. März veröffentlichte Glencore seinen Jahresbericht für 2025. Das bereinigte EBITDA sank um 6 Prozent auf 13,51 Milliarden US-Dollar — dennoch hielt der Konzern an einer Ausschüttung von 2 Milliarden Dollar an die Aktionäre fest. Nagle verwies auf den Schwung im zweiten Halbjahr: Verbesserte Metallpreise und steigende Kupfervolumina trieben den Kerngewinn im zweiten Halbjahr um 49 Prozent nach oben.

Für 2026 hat Glencore die Kupferproduktionsprognose auf 810.000 bis 870.000 Tonnen gesenkt, nachdem es in der chilenischen Collahuasi-Mine zu Rückschlägen kam. Mittelfristig bleibt das Ziel bestehen: bis 2035 soll die jährliche Kupferproduktion auf rund 1,6 Millionen Tonnen wachsen. Die Hauptversammlung ist für den 28. Mai 2026 angesetzt — dort dürfte der Stand der Fusionsdiskussion und die Ausschüttungspolitik im Mittelpunkt stehen.

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