Ein plötzlicher Bärenmarkt beim Kupferpreis durchkreuzt die ehrgeizigen Expansionspläne von Glencore. Während der Bergbaukonzern seine Zukunft massiv auf das rote Industriemetall ausrichtet, sorgt ein globaler Abverkauf im Rohstoffsektor für spürbaren Gegenwind. Die jüngsten Marktturbulenzen stellen die langfristige Wachstumsstrategie des Unternehmens auf eine harte Probe.

Am vergangenen Freitag gerieten die globalen Rohstoffmärkte massiv unter Druck. Auslöser für den branchenweiten Abverkauf waren geopolitische Spannungen und eine schwächelnde globale Nachfrage, die Kupfer offiziell in ein Bärenmarkt-Territorium drückten. Für die Papiere von Glencore bedeutete dies einen Dämpfer: Die Aktie ging bei 5,96 Euro aus dem Handel und entfernte sich damit wieder leicht von ihrem erst Anfang März markierten 52-Wochen-Hoch bei 6,13 Euro. Auf Jahressicht steht mit einem Plus von gut 59 Prozent allerdings weiterhin eine äußerst robuste Entwicklung zu Buche.

Ambitionierte Ziele treffen auf Preisverfall

Der Preisrutsch trifft den Konzern in einer sensiblen Phase. Erst kürzlich hatte das Management das Ziel ausgegeben, die Kupferproduktion bis 2035 auf 1,6 Millionen Tonnen jährlich hochzufahren. Erreicht werden soll dies primär durch die Erweiterung bestehender Minen und die Wiedereröffnung stillgelegter Anlagen, wie etwa der Alumbrera-Mine in Argentinien im Jahr 2028.

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Allerdings musste Glencore seine Prognosen für 2026 zuletzt wegen operativer Hürden und geringerer Erzgrade in der chilenischen Collahuasi-Mine leicht nach unten korrigieren. Der aktuelle Preisverfall beim Kupfer erschwert nun die kurzfristige Bewertung dieser weitreichenden Expansionspläne.

Umbau auf mehreren Baustellen

Parallel zur Kupfer-Offensive treibt das Management einen umfassenden Portfolio-Umbau voran. Geplant ist der Verkauf einer 70-prozentigen Beteiligung am kasachischen Zink- und Bleiproduzenten Kazzinc. Gleichzeitig laufen Verhandlungen über die Veräußerung eines 40-Prozent-Anteils am Kupfer- und Kobaltgeschäft in der Demokratischen Republik Kongo an das US-geführte Orion-Konsortium.

Zusätzliches Ungemach droht in Südafrika: Dort stocken die Gespräche mit dem staatlichen Energieversorger Eskom über wettbewerbsfähige Stromtarife für die extrem energieintensive Ferrochrom-Produktion. Eine Einigung war ursprünglich bereits für Ende Februar vorgesehen. Ohne einen verlässlichen Tarif ist die Rentabilität dieser Anlagen massiv gefährdet.

Nach der im Februar geplatzten Fusion mit Rio Tinto ist Glencore gezwungen, sein Wachstum aus eigener Kraft zu stemmen. Ein zentraler Erfolgsfaktor für die kommenden Monate ist das laufende Effizienzprogramm, mit dem die operativen Kosten um rund eine Milliarde US-Dollar gesenkt werden sollen. Gelingt diese Einsparung und stabilisiert sich der Kupfermarkt, bietet die langfristige Nachfrage durch den Ausbau der Elektromobilität und neuer KI-Rechenzentren das notwendige Fundament für die anvisierten Produktionssteigerungen.

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