Bis zum 31. März läuft eine Frist, die für Glencores südafrikanische Ferrochrom-Sparte existenzielle Bedeutung hat. Das Unternehmen verhandelt mit dem staatlichen Energieversorger Eskom über vergünstigte Stromtarife — und droht, den Tisch zu verlassen, wenn sich die Bedingungen nicht grundlegend ändern.

Am 12. März reichte das Gemeinschaftsunternehmen Glencore Merafe einen Gegenvorschlag ein, den Ferroalloys-Chef Japie Fullard als finale Position bezeichnete. Eskom hatte zuvor einen Tarif von 62 Cent pro Kilowattstunde angeboten — eine Halbierung innerhalb von zwei Monaten. Das Angebot kam jedoch mit Konditionen, die Glencore nicht akzeptieren will. Welche das im Einzelnen sind, bleibt öffentlich unklar, da beide Seiten laufende Verhandlungen als Grund für die Zurückhaltung nennen.

1.500 Stellen, 11 von 66 Öfen in Betrieb

Der Druck ist real. Glencore hatte Entlassungsverfahren bei seiner Ferrochrom-Sparte bis zum 31. März ausgesetzt — ein Aufschub, der nun ausläuft. Bis zu 1.500 Stellen stehen auf dem Spiel. Die Gewerkschaft Solidarity schätzt, dass bei einem Scheitern der Verhandlungen inklusive des Konkurrenten Samancor Chrome bis zu 7.000 Beschäftigte im gesamten Sektor betroffen sein könnten.

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Hinter den Zahlen steckt eine Strukturkrise, die sich über Jahre aufgebaut hat. Südafrikas Strompreise sind seit 2008 um mehr als 900 Prozent gestiegen — und machen bis zu 40 Prozent der Ferrochrom-Produktionskosten aus. Die Folge: Südafrika hat seine Position als weltgrößter Ferrochrom-Produzent an China verloren, obwohl das Land über rund 80 Prozent der globalen Chromreserven verfügt. Derzeit laufen im südafrikanischen Sektor nur 11 der 66 Schmelzöfen. Ohne Einigung könnte die Jahreskapazität 2026 auf eine Million Tonnen sinken — bei einer installierten Kapazität von 4,8 Millionen Tonnen.

Glencores eigene Anlagen in Boshoek und Wonderkop sind bereits stillgelegt. Der Lion-Hochofen wurde nach einer Unterbrechung erst kürzlich wieder hochgefahren — er benötigt einen Tarif von 87 Cent pro Kilowattstunde, um die Gewinnschwelle zu erreichen.

Auch Eskom braucht die Einigung

Die Verhandlungsposition ist keine einseitige. Eskom-Chef Dan Marokane hat öffentlich darauf hingewiesen, dass eine Rückkehr von Glencore Merafe und Samancor dem hochverschuldeten Versorger 12,8 Terawattstunden jährlichen Stromabsatz sichern würde. Bei einer Schuldenlast von rund 372 Milliarden Rand ist das keine Kleinigkeit. Eskom erklärte zudem, die internen Genehmigungsprozesse für den Tarif bei der Energieregulierungsbehörde Nersa noch im März abschließen zu wollen.

Scheitern die Verhandlungen, drohen Glencore nicht nur unmittelbare Produktionsverluste, sondern dauerhafter Marktanteilsverlust — Kunden würden alternative Lieferketten aufbauen. Die Glencore-Aktie notiert mit einem Plus von rund 72 Prozent über zwölf Monate auf einem neuen 52-Wochen-Hoch. Ob das operative Ergebnis in Südafrika dieses Bild trübt, entscheidet sich in den nächsten fünf Tagen.

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