Die Krise beim Verpackungsspezialisten spitzt sich dramatisch zu. Statt Beruhigung herrscht Alarmstimmung: Die Finanzaufsicht BaFin weitet ihre Untersuchungen zur Rechnungslegung massiv aus und nimmt nun auch das laufende Geschäftsjahr ins Visier. Für Anleger, die auf eine schnelle Klärung gehofft hatten, rückt die Veröffentlichung verlässlicher Zahlen damit in weite Ferne.

Umsätze auf dem Prüfstand

Im Zentrum der erweiterten Ermittlungen stehen konkrete Bilanzpositionen des Geschäftsjahres 2023/2024. Die Aufsichtsbehörde prüft Fehler bei Leasingverbindlichkeiten und aktivierten Entwicklungskosten. Besonders kritisch: Bei der Schweizer Tochter Sensile Medical untersucht die BaFin, ob Wertminderungen auf Vermögenswerte in Höhe von fast 200 Millionen Euro fälschlicherweise unterblieben sind. Das Unternehmen hatte bereits nicht zahlungswirksame Abschreibungen in ähnlicher Höhe für den Konzernabschluss 2025 in Aussicht gestellt.

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Doch die Behörde belässt es nicht bei der Vergangenheit. Auch der Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis Ende Mai 2025 wird nun durchleuchtet. Hier liegt der Fokus auf sogenannten „Bill-and-Hold“-Geschäften. Der Verdacht wiegt schwer: Wurden Umsätze in den Büchern erfasst, obwohl die Ware das Lager noch gar nicht verlassen hatte? Auch die damit verbundene Bewertung der Vorräte wird hinterfragt.

Juristisches Nachspiel droht

Die operative Führungsebene wurde bereits ausgetauscht – Ex-CEO Dietmar Siemssen und der ehemalige Finanzvorstand Bernd Metzner haben das Unternehmen verlassen. Nun droht Ungemach von der Investorenseite. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ruft Aktionäre zur Organisation auf und prüft Schadensersatzansprüche gegen ehemalige Organmitglieder. Ein entsprechendes Gutachten zur Verantwortlichkeit ist bereits in Arbeit.

An der Börse haben die Unsicherheiten massive Spuren hinterlassen. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von rund 80 Prozent zu Buche. Zwar notiert der Kurs heute bei 15,85 Euro leicht im Plus, doch angesichts des gestern markierten 52-Wochen-Tiefs bei 15,57 Euro ist dies kaum mehr als eine technische Gegenbewegung in einem intakten Abwärtstrend.

Solange die BaFin-Prüfung läuft und der Jahresabschluss auf unbestimmte Zeit verschoben bleibt, ist das Unternehmen fundamental kaum bewertbar. Erst wenn der volle Umfang der notwendigen Bilanzkorrekturen transparent auf dem Tisch liegt, wird sich zeigen, wie viel Substanz nach den Bereinigungen tatsächlich übrig bleibt.

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