Die Krise beim Düsseldorfer Verpackungsspezialisten weitet sich bedrohlich aus. Mitten in die ohnehin herrschende Unsicherheit über Bilanzunregelmäßigkeiten und verschobene Jahresabschlüsse platzt nun eine vernichtende Analyse der UBS. Die Experten sehen massive Risiken in der Bilanzstruktur und streichen das Kursziel radikal zusammen. Droht Anlegern nach dem jüngsten Vertrauensverlust nun der nächste schmerzhafte Rutsch?

Analysten ziehen die Reißleine

Das Vertrauen am Markt ist schwer erschüttert, und die Schweizer Großbank UBS goss am Dienstag weiteres Öl ins Feuer. Sie stufte die Aktie von „Neutral“ auf „Sell“ herab und halbierte das Kursziel beinahe: Von ehemals 29 Euro ging es runter auf nur noch 12,90 Euro.

Dieser Schritt ist ein klares Warnsignal. Angesichts eines gestrigen Schlusskurses von 18,71 Euro impliziert die neue Bewertung ein weiteres Absturzpotenzial von über 30 Prozent. Die Aktie notiert damit bereits gefährlich nahe an ihrem 52-Wochen-Tief von 18,63 Euro.

Erdrückende Schuldenlast

Hauptgrund für die drastische Neubewertung ist nicht nur das operative Geschäft, sondern die finanzielle Stabilität des Konzerns. Die UBS-Analysten richten den Fokus auf die Verschuldung:
* Der geschätzte Verschuldungsgrad (Net Debt/EBITDA) für Ende 2025 wird auf das 5,5-Fache beziffert.
* Die Nettoverschuldung beläuft sich auf rund 2,07 Milliarden Euro.
* Dies entspricht laut Analyse etwa 80 Prozent des gesamten Unternehmenswertes.

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Diese Kennzahlen belasten den Wert des Eigenkapitals massiv. Zudem kalkulieren die Experten mit einem kumulierten Cash-Burn von fast 290 Millionen Euro im Zeitraum 2021 bis 2025.

Bilanzchaos verunsichert institutionelle Anleger

Die Herabstufung trifft Gerresheimer in einer Phase der höchsten Verwundbarkeit. Erst am 10. Februar musste das Unternehmen die Vorlage der Bilanz für 2025 verschieben. Interne Prüfungen und laufende BaFin-Verfahren haben den Verdacht erhärtet, dass Umsätze und Vorräte in der Vergangenheit falsch verbucht wurden. Die erwarteten, nicht zahlungswirksamen Wertminderungen für 2025 könnten sich auf bis zu 240 Millionen Euro summieren.

Dass Großinvestoren nervös werden, zeigt sich auch in den Stimmrechtsmitteilungen. Die US-Bank JPMorgan reduzierte ihre Gesamtposition zuletzt deutlich von 8,60 auf 7,19 Prozent.

Um die Kapitalstruktur zu retten, hat das Management den Verkauf der US-Tochter Centor eingeleitet und treibt das Sparprogramm „gto“ voran, inklusive Werksschließungen in den USA. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um das Vertrauen schnell wiederherzustellen, bleibt abzuwarten. Solange die Sonderprüfung der Bücher nicht abgeschlossen ist und die Schuldenlast drückt, dürfte die Aktie ein Spielball der Spekulanten bleiben. Entscheidend für eine Bodenbildung wird sein, ob der Centor-Verkauf die erhoffte finanzielle Entlastung bringt.

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