Evonik- vs. Lanxess-Aktie: Wer gewinnt den Margen-Krimi?
In der Spezialchemie-Arena steigen heute zwei deutsche Schwergewichte in den Ring, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite steht Evonik, der etablierte Titelverteidiger mit breiter Brust und massiver Marktmacht. Ihm gegenüber lauert Lanxess, der drahtige Herausforderer, der sich radikal gesundschrumpft. Während Evonik auf schiere Masse und Diversifikation setzt, trimmt Lanxess seine Strukturen gnadenlos auf Profitabilität. Doch welche Strategie zündet im Jahr 2026 besser? Ein Blick auf die Zahlen verrät, wer im aktuellen Marktumfeld die Nase vorn hat.
Wer hat mehr Gewicht im Ring?
Der erste Schlagabtausch auf der Waage zeigt ein klares Missverhältnis. Evonik bringt einen Börsenwert von rund 7,3 Milliarden Euro in den Ring, während Lanxess lediglich mit circa 1,5 Milliarden Euro bewertet wird. Das ist fast Faktor fünf zugunsten des Platzhirsches. Auch beim Umsatz spielt Evonik in einer anderen Liga: 15,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2024 stehen 6,37 Milliarden Euro bei Lanxess gegenüber.
Doch Größe allein gewinnt keine Kämpfe. Evonik nutzt seine Skalenvorteile als Schutzschild. Die globale Präsenz in über 100 Ländern und das breite Portfolio von Tiernahrung bis zu smarten Materialien machen den Konzern zum Tanker, der schwer zu erschüttern ist. Lanxess hingegen hat sich bewusst verkleinert. Der Verkauf des Urethan-Geschäfts im April 2025 war kein Rückzug, sondern ein taktisches Manöver, um Ballast abzuwerfen und sich als reiner Spezialchemie-Anbieter neu zu formieren.
Diversifikation oder Nischen-Fokus?
Hier prallen zwei Philosophien aufeinander. Evonik setzt auf die Karte der Sicherheit durch Streuung. Schwächelt der Bausektor, fängt die Sparte "Nutrition & Care" den Schlag ab. Diese Resilienz ist Evoniks großer Trumpf. Der Konzern ist so breit aufgestellt, dass ihn einzelne konjunkturelle Dellen kaum aus der Bahn werfen.
Lanxess wählt den riskanten, aber potenziell lukrativeren Weg der Spezialisierung. Statt überall mitzuspielen, konzentriert sich das Unternehmen auf Nischen wie Wasseraufbereitung oder Elektronikchemikalien. Die Wette ist klar: Weniger Umsatz, dafür aber höhere Margen in weniger zyklischen Märkten. Während Evonik den breiten Markt abdeckt, sucht Lanxess gezielt die profitablen Lücken.
Wo stimmt die Profitabilität?
Das Herzstück dieses Duells ist die Marge. Evonik legte 2024 eine bereinigte EBITDA-Marge von soliden 13,6 % vor. Ein starker Wert, der die Preissetzungsmacht des Marktführers unterstreicht. Doch Lanxess holt mit beeindruckendem Tempo auf. Dank des Sparprogramms "FORWARD!" konnte der Herausforderer seine Marge von 7,6 % auf 9,6 % steigern – und das trotz sinkender Umsätze.
Besonders spannend wird der Blick auf die jüngste Entwicklung: Im ersten Quartal 2025 kletterten die Margen in Lanxess-Kernsegmenten bereits auf 14,2 %. Das zeigt, dass die Kostensenkungen von 110 Millionen Euro greifen. Lanxess beweist operative Hebelkraft, während Evonik eher damit beschäftigt ist, sein hohes Niveau zu verteidigen. Die Dynamik liegt hier klar beim Herausforderer.
| Kennzahl | Evonik Industries | Lanxess AG |
|---|---|---|
| Börsenwert (ca.) | 7,3 Mrd. € | 1,5 Mrd. € |
| Umsatz (2024) | 15,2 Mrd. € | 6,37 Mrd. € |
| EBITDA-Marge (2024) | 13,6 % | 9,6 % |
| Margen-Trend | Stabil auf hohem Niveau | Dynamisch steigend |
| Strategischer Fokus | Breite Diversifikation | Nischen & Effizienz |
Fazit: Sicherheit oder Turnaround-Chance?
Wer geht als Sieger aus diesem Vergleich hervor? Es kommt darauf an, worauf Anleger wetten. Evonik ist die Festung. Wer ruhigen Schlaf sucht und auf Substanz sowie stabile Erträge setzt, kommt an dem Essener Konzern nicht vorbei. Die Aktie ist ein Basisinvestment für defensive Portfolios.
Lanxess hingegen ist die Wette auf den operativen Durchbruch. Die Lücke in der Bewertung ist riesig, doch die steigenden Margen zeigen, dass der Umbau funktioniert. Gelingt es Lanxess, die Profitabilität weiter in Richtung Evonik-Niveau zu schrauben, winkt hier der deutlich größere Kurshebel. Das Risiko ist höher, die Fantasie aber auch. Im direkten Vergleich gewinnt Evonik den Punkt für Sicherheit, während Lanxess den Punkt für das Aufwärtspotenzial holt.
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