Drei Baustellen gleichzeitig: Evonik steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau, hat gerade die Dividende gekürzt und wartet nun auf das Ergebnis der dritten Chemie-Tarifrunde am 24. und 25. März in Bad Breisig. Die ersten beiden Runden blieben ergebnislos — für einen Konzern, der jeden Kostenhebel braucht, ist das kein angenehmer Schwebezustand.

Sparen, streichen, strukturieren

Das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made" soll ab 2026 rund 400 Millionen Euro jährlich einsparen, etwa 80 Prozent davon durch Personalmaßnahmen. Bis zu 2.000 Stellen sollen weltweit wegfallen, rund 1.500 davon in Deutschland. Parallel dazu hat Evonik die Chemiepark-Infrastruktur der Standorte Marl und Wesseling in die neue SYNEQT GmbH ausgegliedert — mit rund 3.500 Beschäftigten und einem Umsatz von etwa 1,8 Milliarden Euro. Perspektivisch soll der Einstieg externer Investoren weiteres Wachstumskapital erschließen.

Auf der Erlösseite reagierte der Konzern Anfang März mit einer Nettopreiserhöhung von 10 Prozent für MetAMINO®, seinen Futtermittelzusatzstoff, wirksam sofort für alle Märkte. Das Segment Advanced Technologies, zu dem dieses Geschäft gehört, erzielte 2025 einen Umsatz von 5,9 Milliarden Euro.

Prognose mit Spielraum nach unten

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Die Zahlen für 2025 zeigen das Dilemma deutlich: Das bereinigte EBITDA traf mit 1,87 Milliarden Euro die Erwartungen, der Umsatz sank jedoch um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Die Kapitalrendite (ROCE) fiel von 7,1 auf 6,1 Prozent — das mittelfristige Ziel liegt bei 11 Prozent, also fast doppelt so hoch.

Für 2026 erwartet Evonik ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro, beim Umsatz eine Spanne von 13,5 bis 14,5 Milliarden Euro. Die breite Prognoserange spiegelt die strukturellen Belastungen der europäischen Chemieindustrie wider: hohe Energiepreise, schwache Nachfrage, Überkapazitäten am Weltmarkt.

Hinzu kommt ein weiterer offener Punkt: Die Position des Finanzvorstands ist weiterhin unbesetzt. Außerdem stellt der Konzern die Ausschüttungspolitik grundlegend um — statt einer stabilen Dividende gilt künftig eine Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns. Für 2025 schlägt der Vorstand 1,00 Euro je Aktie vor, nach 1,17 Euro im Vorjahr. Die Hauptversammlung am 3. Juni entscheidet darüber.

Am 8. Mai folgt die Quartalsmitteilung für Q1 2026. Sie wird zeigen, ob die MetAMINO-Preiserhöhung erste Margenwirkung entfaltet — und ob das operative Geschäft die Prognosebandbreite nach oben oder unten ausfüllt.

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